Schlechte Zahlen erwartet – Weiterer Stellenabbau befürchtet
Siemens und Infineon kämpfen mit der Hightech-Krise

Noch vor einem Jahr gaben sich Siemens und Infineon hoffnungsvoll. Doch jetzt hat die Hightech-Krise das Geschäft gründlich verhagelt. Die Zahlen in dieser Woche dürften schlecht ausfallen.

cbu MÜNCHEN. Noch vor einem Jahr wurden sie als Deutschlands Börsenstars gefeiert, heute sind sie schwer unter Druck: Siemens-Vorstandschef Heinrich von Pierer und Infineon-Boss Ulrich Schumacher. Am morgigen Dienstag will Schumacher die vorläufigen Zahlen des Chipkonzerns für das Geschäftsjahr 2000/01 präsentieren, das am 30.9. endete. Am Mittwoch folgt von Pierer mit der Siemens-Bilanz für 2000/01. Analysten erwarten nichts Positives.

Siemens leidet insbesondere unter der Krise in der Telekommunikation - sowohl im Mobilfunk als auch bei Netzwerken. Hier musste der Konzern im dritten Quartal tiefrote Zahlen hinnehmen. Insgesamt hat Siemens schon den Abbau von rund 17 000 Stellen allein im Geschäftsfeld "Information und Kommunikation" angekündigt, um Kosten in Milliardenhöhe zu sparen. Offen ist, wie stark die Restrukturierungskosten die Siemens-Bilanz belasten. "Die werden reinen Tisch machen", vermutet ein Analyst.

Kein Wunder, dass von Pierer auf Partnersuche ist. Inzwischen schließt der Siemens-Chef Kooperationen mit anderen Handy-Hersteller ausdrücklich nicht mehr aus. Als Partner war zuletzt der US-Konzern Motorola im Gespräch, die Verhandlungen wurden aber offenbar auf Eis gelegt. Auch Toshiba-Chef Tadashi Okamura hatte Siemens eine Fusion der Handy-Sparten angeboten.

Aber auch andere Siemens-Bereiche laufen schlecht. So wird für den Logistik-Bereich Dematic und für die Automobiltechnik Siemens/VDO mit Verlusten gerechnet.

Insgesamt wird Siemens weit vom Ergebnis des Vorjahres entfernt sein. Schon in den ersten neun Monaten 2000/01 hatte sich der Gewinn mehr als halbiert. Dazu kommt, dass der geplante Verkauf des Plastikmaschinen-Herstellers MPM gescheitert ist. Der erhoffte Erlös von bis zu 800 Mill. Euro fällt vorerst aus. Der Übertrag von Infineon-Aktien an die Siemens-Pensionskasse bringt aber einen Sonderertrag von 3,5 Mrd. Euro

Auch bei Infineon sieht die Lage düster aus. Analysten rechnen im vierten Quartal mit einem weiter steigenden Verlust zwischen 560 und 790 Mill. Euro. Offen ist, ob die Chipkrise schon den Tiefpunkt erreicht hat.

Experten befürchten jetzt, beide Konzerne könnten weitere Stellenkürzungen verkünden. Die Aktien haben sich in den vergangenen Wochen immerhin deutlich erholt.

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