Schlechte Zahlen von Qualcomm enttäuschen US-Börse
Wall Street schließt schwächer

Uneinheitlich ging es an den US-Aktienmärkten zur Wochenmitte zu. Im frühen Handel belasteten zunächst negative Meldungen seitens der US-Unternehmen - so zum Beispiel von Qualcomm - die Kurse. Für die Tendenzumkehr sorgten im Verlauf die aus der Sicht der Teilnehmer günstig ausgefallenen Konjunkturdaten.

bib/kjo NEW YORK. Positive Impulse steuerte darüber hinaus die gestrige kreditpolitische Lockerung seitens der Fed bei, die insbesondere die zinssensitiven Finanzwerte beflügelte. Im späten Geschäft bröckelten die Notierungen auf Grund von Gewinnmitnahmen von ihren zuvor erklommenen Hochs ab. Der Dow-Jones beendete den Handel mit einem Abschlag von 0,4 %, während der S&P-500-Index 0,3 % im Minus lag. Der Nasdaq-Index stieg 0,1 %.

Auftrieb gab dem Aktienhandel im Tagesgeschäft ein Bericht des Arbeitsministeriums, demzufolge die Arbeitsproduktivität in den USA im dritten Quartal deutlich stärker angestiegen ist als erwartet. Der Output an Gütern und Dienstleistungen pro Stunde stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,7 %. Das war der höchste Zuwachs seit mehr als einem Jahr. Experten hatten durchschnittlich nur einen Anstieg von 1,8 % erwartet. Außerdem konnten die US-Großhändler einer Meldung des Wirtschaftministeriums zufolge im September ihre Lagerbestände niedrig halten, obwohl die Umsätze nach den Terroranschlägen rückläufig waren. Die erhofften positiven Wirkungen auf die Konjunktur der vortags erfolgten Zinssenkung seitens der Fed trieb die Notierungen zusätzlich an. Gefragt waren insbesondere zinsreagible Finanzwerte. So legten JP Morgan Chase 2,8 % zu, und American Express verbesserten sich um 3,7 %.

Die positiven gesamtwirtschaftlichen Zahlen halfen auch der Qualcomm-Aktie nach anfänglich deutlicheren Verlusten wieder auf die Beine. Die Titel waren im frühen Geschäft zeitweise um 6 % abgerutscht, konnten sich auf Grund der im Verlauf positiveren Gesamtstimmung bis zum Schluss auf +0,7 % erholen. Dem Unternehmen zufolge drückten Investitionen und Akquisitionen auf das Ergebnis im vierten Geschäftsquartal. Außerdem leidet der Spezialist für schnurlose Datenübertragung unter der sinkenden Nachfrage nach Mobiltelefonen.

"Qualcomm ist ein richtungweisender Wert", erläuterte Keith Gertsen, Chefhändler der Deutsche Banc Alex. Brown an der Technologiebörse Nasdaq. "Dass dieses Unternehmen ein schlechteres Resultat aufweist als erwartet, ist ziemlich schockierend, wenn man bedenkt, dass viele Unternehmen bisher zumindest die nach unten revidierten Prognosen erfüllen konnten."

Wie Qualcomm meldete auch der Halbleiterhersteller Maxim Integrated schlechte Quartalszahlen. In den kommenden drei Monaten rechnet das Unternehmen nur mit leichten Gewinn- und Umsatzsteigerungen. Die Anteilsscheine verbilligten sich um 2,2 %.

Aktien von Intel, dem weltgrößten Halbleiterproduzenten, gerieten kurzzeitig unter starken Verkaufsdruck, fingen sich jedoch schnell und endeten mit 0,1 % im Plus. Ähnlich entwickelte sich der Aktienkurs des Netzwerkspezialisten Cisco Systems, der nach anfänglich kräftigeren Verlusten bis zum Schluss 2,5 % gewann.

Gegen Handelsende drückten die Verluste bei Hewlett-Packard (HP) auf die Stimmung. Händlerangaben zufolge wird eine Fusion des Herstellers von Druckern und Computern mit Compaq-Computer immer unwahrscheinlicher. Zur HP-Familie gehörende Gesellschafter des Konzerns hätten Vorbehalte gegen die geplante Transaktion, hieß es. Die Aktien von HP verloren 3,7 %.

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