Schlechter Ausblick des niederländischen Halbleiterherstellers belastet die Branche
Philips revidiert Erwartungen weiter nach unten

Der Umsatz der Sparte, die unter anderem Chips für Nokia-Handys liefert, wird im dritten Quartal um 13 bis 15 % niedriger liegen als im Vorjahreszeitraum, teilte Philips am Donnerstag mit.

tom DÜSSELDORF. Das Unternehmen war vor kurzem noch von einem Rückgang von 5 % ausgegangen. Die Nachricht setzte nicht nur die Philips-Papiere unter Druck, die an der Amsterdamer Börse rund 8 % nachgaben, sondern zog auch andere Halbleiterhersteller wie Infineon oder ASML mit nach unten.

Scott McGregor, Chef der Philipps-Halbleitersparte, machte für den unvorhergesehenen Einbruch vor allem den ungünstigen Dollar-Kurs verantwortlich. Im 4. Quartal sei aber ein Plus von 7 % bis 12 % zu erwarten, sagte McGregor. Aber: "Wir erleben zurzeit eine allgemeine Schwäche in der gesamten Chipindustrie, besonders im Bereich der Massenartikel." Die Kapazitäten dem Markt anzupassen werde Philips rund 225 Mill. Euro kosten.

Grundsätzlich habe sich bei dem niederländischen Konzern nichts verändert, kommentiert Frits de Fries, Analyst bei Rabo Securities. Das Kostensenkungsprogramm laufe nach Plan. Philips-Chef Gerard Kleisterlee will bis zur Mitte des kommenden Jahres 1 Mrd. Euro einsparen. Im Zuge des Sparprogramms wurden in 2001 rund 9 % der Mitarbeiter abgebaut. "Es zeigt sich aber, dass das Management beim Ausblick auf das Jahresende sehr vorsichtig geworden ist", sagt de Vries.

Der Halbleiterhersteller hängt nämlich vor allem am Weihnachtsgeschäft. Der Auftragseingang für das vierte Quartal im Juli und August ist jedoch im Vergleich zum Vorjahr, als er um 20 % anzog, sehr mager ausgefallen. Branchenkreise rechnen in diesem Jahr lediglich mit einem Anstieg von 7 % bis 12 % zu den Vormonaten.

Neben Nokia beliefert Philips Microsoft mit Teilen für die Xbox sowie Apple Computer. Im vergangenen Jahr war der Umsatz im Halbleitergeschäft, das etwa 14 % zum Gesamtumsatz beiträgt, um 45 % zurückgegangen. Im Frühjahr hatten sich in Branche zarte Hoffnungen geregt, dass der Markt seinen Boden erreicht hat - bei Philips zog die Nachfrage wieder leicht an, der Verlust ging signifikant zurück. Doch der Optimismus der Niederländer war zu früh: Vor dem zweiten Quartal des kommenden Jahres sei nicht mit einer merklichen Erholung des Markets zu rechnen, kolportieren Branchenkreise. Philips-Finanzvorstand Jan Hommen jedenfalls rechnet auch nicht mit einer Erholung der Weltwirtschaft in diesem Jahr: "Es gibt keine klaren Zeichen", sagt er der Agentur Dow Jones.

Quelle: Handelsblatt

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