Schlechter Start für den neuen Senderchef Schawinski
Harald Schmidt wirft die Brocken hin

Der Privatsender Sat 1 verliert ein wichtiges Aushängeschild und einen Quotenbringer im Spätabendprogramm: Die Harald- Schmidt-Show wird zum Jahresende eingestellt, teilte der Mutterkonzern Pro Sieben Sat 1 Media am Montag mit.

MÜNCHEN. "Nach acht Jahren, in denen ich ununterbrochen mit der Harald- Schmidt-Show auf Sendung war, ist es für mich Zeit für eine Bildschirmpause", begründete der 46-jährige Entertainer seine überraschende Entscheidung. Er bleibe dem Sender aber weiterhin verbunden.

Als möglich gilt aber, dass Schmidt mit seiner Produktionsfirma Bonito TV zu einem anderen Sender wechselt. Interesse gibt es genug. ARD-Programmdirektor Günter Struve ließ gestern mitteilen, Schmidt sei "ein sehr interessanter Protagonist", aber im Moment würden keine Gespräche geführt. Auch RTL-Chef Gerhard Zeiler hatte sich schon öfter als Schmidt-Fan geoutet. Doch die Show sei in dieser Form nicht bei RTL vorstellbar, hieß es bisher.

Die Börse reagierte mit einem Kursabschlag auf die Nachricht. Die im Pro-Sieben 1-Aktie-Sat lag mit zeitweise über 3 % im Minus. "Die Harald-Schmidt-Show war eine der wichtigsten Imagesendungen von Sat 1", begründete das ein Analyst.

Für den TV-Konzern bedeutet der Verlust der Kultsendung einen Rückschlag. Insider vermuten, dass die Entscheidung Schmidts mit der plötzlichen Ablösung von Sat 1-Chef Martin Hoffmann am vergangenen Donnerstag zusammen hängen könnte. Die beiden galten als enge Freunde. Noch in seiner Show am Donnerstag-Abend hatte sich Schmidt verwundert über die Ablösung Hoffmanns gezeigt. "Für mich ist es menschlich ein bisschen hart, aber als Mediennutte muss ich mich jetzt auf den neuen Chef einstellen. Ja, das ist so in dem Job", witzelte er.

Möglicherweise fürchtete Schmidt aber auch, unter dem neuen Eigner Haim Saban seine "Narrenfreiheit" zu verlieren. Saban hatte im Sommer mit mehreren Finanzinvestoren die Mehrheit an Pro Sieben Sat 1 übernommen und will die ehemaligen Kirch-Sender auf Gewinn trimmen. Schmidt hatte mal gesagt, er betrachte sich als "persönlicher Angestellter Leo Kirchs". Der habe seine Sendung erst möglich gemacht.

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