Schlechtes Finanzergebnis: Swiss Re sieht wieder Rot

Schlechtes Finanzergebnis
Swiss Re sieht wieder Rot

Der Schweizer Rückversicherungskonzern Swiss Re wird nach Wertberichtigungen auf seine Finanzanlagen von 3,4 Milliarden Franken das Jahr 2002 mit einem Verlust in der Grössenordnung von 100 Millionen Franken abschliessen. Die Dividende von 2,50 Franken, die im Vorjahr trotz eines Verlustes von 165 Millionen Franken gezahlt wurde, soll nach weiteren Angaben vom Mittwoch gekürzt werden.

Reuters ZÜRICH. Die Dividendenkürzung auf möglicherweise einen Franken und die Wertberichtigungen gaben zu Spekulationen Anlass, der zweitgrösste Rückversicherer der Welt könne früher oder später eine Kapitalerhöhung ins Auge fassen. An der Börse verlor die Swiss-Re-Aktie bis Mittag acht Prozent auf 70,70 Franken.

Wie die meisten anderen europäischen Versicherer konnte sich auch der zweitgrösste Rückversicherer der Welt dem Niedergang der Aktienmärkte nicht entziehen. Die Gesamtrendite auf die Kapitalanlagen werde 2002 voraussichtlich bei etwa fünf Milliarden Franken oder 4,7 Prozent liegen, hiess es weiter; das Renditeziel von 6,7 Prozent wurde damit verfehlt. Im Jahr 2001 war Swiss Re auf 8,4 Milliarden Franken oder acht Prozent Rendite gekommen, wobei Wertminderungen von 663 Millionen Franken verbucht werden mussten. Die realisierten Gewinne auf Aktien und Obligationen sowie aus Absicherungsgeschäften gingen im Berichtsjahr etwas zurück, sie lagen bei 3,1 Milliarden Franken nach 3,4 Milliarden im Jahr 2001.

Swiss Re erklärte weiter, die Aktienquote liege nun netto bei weniger als acht Prozent des Portfolios. Der Konzern hatte das Jahr 2002 mit Aktien im Wert von 19 Milliarden Franken entsprechend 20 Prozent des Portfolios begonnen. Im laufenden Jahr werde es darum gehen, das Zinsrisiko auf dem Obligationenportfolio zu managen, hiess es weiter. Steigende Zinsen würden den Wert des Anleihe-Portfolios mindern.

Spezielle Rückstellungen für Grosschäden wie etwa bei der Münchener Rück nahm Swiss Re nicht vor. Die vorhandenen Reserven würden ausreichen, hiess es. Die Reserven für Asbest-Schäden seien höher als im Industriedurchschnitt. Für ein Lebensversicherungsmodell mit garantierten Mindestleistungen, das von 1995 bis 1999 verkauft wurde, mussten 280 Millionen Franken beiseite gelegt werden.

Bei zur Erneuerung anstehenden Verträgen konnte der Versicherer dagegen Prämienerhöhungen von durchschnittlich zehn Prozent durchsetzen. Die Geschäftsaussichten seien günstig, hiess es weiter Die meisten Analysten hatten bei Swiss Re einen kleinen Gewinn erwartet. Der Durchschnittswert der von Reuters erhobenen Schätzungen lag bei 262 Millionen Franken.

Ein Verlust von etwa 100 Millionen Franken sei nicht so schlecht, so der Versicherungsanalyst Rene Locher von der Bank Sarasin in einem ersten Kommentar. Enttäuschend sei die geplante Kürzung der Dividende. Eine stabile Ausschüttung wäre ein Grund gewesen, die Aktie zu kaufen. Bei der Zürcher Kantonalbank hiess es, der schwache Dollar und die Wertverluste bei den Aktienanlagen könnten die Eigenmittel beeinträchtigt haben. Die geplante Dividendenkürzung könnte auch mit Eigenmittelüberlegungen in Zusammenhang stehen. Im Jahr 2001 kam Swiss Re auf ein Prämienvolumen von 28,5 Milliarden Franken.

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