Schlechtes Konsumklima
Mövenpick will fünf Restaurants schließen

Der Schweizer Hotel- und Gastronomiekonzern Mövenpick ist in der ersten Jahreshälfte wegen massiver Einbrüche bei seinen deutschen Gastronomiebetrieben in die roten Zahlen gerutscht.

Reuters ZÜRICH. Mövenpick verzeichnete laut Angaben vom Mittwoch im ersten Semester 2002 einen Verlust von 13,0 Millionen sfr nach einem Gewinn von 3,2 Millionen sfr im Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr strebt Mövenpick einen gewinn an.

Das schlechte Konsumklima in Deutschland werde das Geschäft auch in zweiten Halbjahr belasten, sagte Konzernchef Bruno Schöpfer am Mittwoch bei einer Telefonkonferenz.

Die Restaurants in der Schweiz und in Deutschland steuern rund die Hälfte zum Gesamtumsatz des Konzerns bei. Von den 35 Restaurants in Deutschland werden dieses Jahr fünf bis sechs defizitäre Betriebe geschlossen. Operativ wies der Geschäftsbereich Gastronomie im ersten Halbjahr einen Verlust von acht Millionen sfr aus. "Es wird eine Herausforderung sein, im zweiten Halbjahr ein ausgeglichenes Betriebsergebnis in der Gastronomie zu erzielen," sagte Finanzchef Urs Leinhäuser. Bisher wurden in der Gastronomie 400 Stellen abgebaut.



Auf Konzernebene resultierte beim Betriebsergebnis (EBIT) im ersten Halbjahr ein Verlust von 2,5 Millionen sfr nach einem Betriebsgewinn von 10,1 Millionen sfr im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sank auf 420,1 Millionen sfr von 458,0 Millionen.

Trotz der anhaltenden Konsumflaute in Deutschland und der unsicheren konjunkturellen Entwicklung weltweit will der Konzern im Gesamtjahr wieder schwarze Zahlen schreiben. Dies wird laut Finanzchef Leinhäuser aber nur gelingen, wenn der Verkauf des profitablen Weingeschäfts wie geplant über die Bühne geht. "Wenn der Weinverkauf nicht gelingen würde, würden wir auf Konzernebene einen Verlust machen," sagte Leinhäuser zu Reuters. Mit Wein setzte Mövenpick im vergangenen Jahr 140 Millionen sfr um.2001 wies der Konzern wegen des missglückten Asien-Engagements einen Verlust von 11,6 Millionen sfr aus.

Das Betriebsergebnis soll 2002 laut Leinhäuser das Vorjahresniveau von 7,9 Millionen sfr erreichen.

Neben der Gastronomie verzeichneten in der ersten Jahreshälfte auch die Mövenpick Hotels kräftige Erlöseinbussen. Die Reiseflaute und insbesondere die Krise im Nahen Osten belasteten dieses Geschäft.

Im zweiten Halbjahr rechnet Mövenpick mit steigenden Umsätzen und Erträgen. "Die Umsätze liegen im zweiten Halbjahr typischerweise höher", sagte Leinhäuser. Zudem sollten die massiven Einbrüche nach den Ereignissen des 11. September teilweise kompensiert werden, so der Finanzchef.

An der gut behaupteten Börse notierten die Mövenpick-Aktien gegen 13.15 Uhr bei allerdings marginalen Umsätzen um zwei Prozent tiefer bei 100 sfr.

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