Schleppende Nachfrage erzwingt Sparkurs – Deutsche Tochter kann nicht klagen
Compaq macht’s der Konkurrenz nach

Die Einnahmen des Computerherstellers Compaq fallen im ersten Quartal geringer aus als geplant. Darum sollen etwa 5 000 Vollzeitarbeitsplätze gestrichen werden und bis zu 15 Prozent der Teilzeitkräfte gehen. Dies soll eine Ersparnis von etwa 500 Millionen Dollar im Geschäftsjahr bringen.

ruk PALO ALTO. Überrascht hat die Nachricht niemand mehr: Auch Compaq-Chef Michael Capellas muss - wie die Mehrheit seiner Kollegen in den großen IT-Unternehmen - zum Rotstift greifen und Arbeitsplätze abbauen. Dies verlangt das ungeschriebene Gesetz der Wall Street. Ohne solche Ankündigen würden die Aktienkurse der Technologiewerte noch tiefer in den Keller rutschen.

Compaq mit Stammsitz in Houston, Texas, rechnet für das laufende Quartal mit einem Gewinnrückgang um etwa ein Drittel. Capellas erwartet demnach einen Quartalsgewinn pro Aktie von 12 bis 14 Cents. Die Analysten gingen bisher nach Angaben von First Call / Thomson Financial von 18 Cents aus. Der Quartalsumsatz, so teilt Compaq weiter mit, dürfte bei etwa 9 bis 9,2 Mrd. $ liegen. Dies bedeutet einen Rückgang von 20 % gegenüber dem vierten Quartal 2000 und liegt deutlich unter den bisher vorhergesagten 9,6 Mrd. $.

Wie alle Topmanager der US-Conputerindustrie macht auch Capellas die schwache Konjunktur in den USA dafür verantwortlich, dass das angepeilte Ergebnis nicht erreicht werden kann. Ein nachlassendes Vertrauen der Privatkunden sowie scharfe Sparmaßnahmen bei den Geschäftskunden hätten zu den erheblichen Rückschritten geführt. Über das derzeitige US-Problem hinaus äußerte der Compaq-Chef auch eine gewisse Sorge von Einbrüchen auf den globalen Märkten.

Im Bereich der Personalcomputer habe nicht nur das Geschäft mit Arbeitsplatzrechnern (Desktop) nachgelassen, auch die Nachfrage nach Notebooks zeige nun Schwächen. Außerdem sei das Geschäft mit Servern unter Druck geraten. Hier habe die Nachfrage in den USA vor allem aus den Industriebereichen Telekommunikation, Autofertigung und Maschinenbau nachgelassen. Ein scharfer Preiswettbewerb habe für zusätzlichen Druck gesorgt. Gerade dieses Überschwappen niedriger Preise vom PC- auf den Servermarkt stellt nach Ansicht von Branchenexperten eine schlechte Nachricht für die gesamte Branche dar.

Stellenabbau in Deutschland ist lediglich solidarischer Beitrag

Bei Compaq Deutschland sei die Lage etwas besser, wie Deutschland-Chef Peter Mark Droste dem Handelsblatt erklärte. Nach einem erfolgreichen Jahr 2000 mit einem Umsatz von 4,1 Mrd. DM müssten auch beim Umsatzziel von 4,9 Mrd. DM zum Ende des laufenden Geschäftsjahres derzeit noch keine Abstriche gemacht werden. Der Abbau von Stellen sei in Deutschland daher lediglich eine Frage eines solidarischen Beitrages zur Optimierung der Kosten im gesamten Konzern. Operativ bedingte Entlassungen seien in Deutschland nicht notwendig, so Droste.

Compaq plant den weltweiten Abbau von 5 000 Vollstellen, etwa 7 % der Belegschaft. Zudem soll jede dritte Teilzeitkraft von insgesamt schätzungsweise 24 500 gehen. Dies soll nach Angaben aus Houston - zusammen mit bereits vorher angekündigten Einsparungen - die Kosten um 500 bis 600 Mill. $ drücken. So sollen auch die bisher getrennten Geschäftsbereiche für Firmen- und Privat-PC zusammengelegt werden.

Außerdem plant Compaq, Marketing und Fertigung personell zu straffen.Die Kosten des Umbaus werden bei etwa 125 bis 150 Mill. $ liegen, die als Sonderbelastung verbucht werden. Als Sondereinnahmen will Compaq im laufenden Quartal einen Gewinn von etwa 120 Mill. $ aus dem Verkauf eines Minderheitsanteils an der Road Runner LLC verbuchen. Das ist ein schneller Internet-Zugangdienst mit Sitz in Herdon, gelegen vor den Toren der US-Bundeshauptstadt Washington DC.

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