Schlichter bei der Lufthansa
Genscher: Vielfliegender Staatsmann

dpa-afx HAMBURG. Hans-Dietrich Genscher, der jetzt im Lufthansa-Tarifstreit vermitteln soll, ist erfahren in schwierigen Verhandlungen - und in der dünnen Luft über den Wolken. Als Chef der deutschen Diplomaten legte der langjährige Außenminister Millionen Flugkilometer zurück. Nur mit Mühe konnten Mitarbeiter und Journalisten mit dem Tempo des massigen Liberalen bei seinen Reisen um den Globus mithalten. Für den gewieften Taktiker, der einst mit dem "Goldenen Schlitzohr" geehrt wurde, ist der festgefahrene Konflikt um die Pilotengehälter eine Herausforderung.

Als Außenpolitiker ist der 74-Jährige mit dem gelben Pullover bis heute weltbekannt. Alle Vorgänger hat der FDP-Politiker überrundet, als Minister fast ein Vierteljahrhundert amtiert. Erst im Ressort Inneres (1969-74), dann als Chef des Auswärtigen Amts (1974-92). Genscher gehörte den Kabinetten der Kanzler Willy Brandt, Helmut Schmidt und Helmut Kohl an.

Er setzte sich für eine größere Selbstständigkeit Europas auch in der Sicherheitspolitik ein. Zudem profilierte sich Genscher als Architekt der Vereinbarungen zur Deutschen Einheit. Nach seinem überraschenden Rücktritt als Minister widmete er sich bis 1998 als einfacher Abgeordneter dem inneren Zusammenwachsen Deutschlands.

Der am 21. März 1927 in Reideburg bei Halle an der Saale geborene Genscher war von 1974 bis 1985 FDP-Parteivorsitzender und wirkte 1982 entscheidend am Bruch der sozialliberalen Koalition in Bonn mit.

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