Schlichtung erneut abgelehnt
Urabstimmung in Metallbetrieben hat begonnen

Die Urabstimmungen über einen Streik in der Metall- und Elektroindustrie haben begonnen. Am frühen Donnerstagmorgen rief die IG Metall bei Bosch in Reutlingen die Nachtschicht zum Wahlgang auf. Mit Tagesbeginn sollten in den Tarifgebieten Baden-Württemberg und Berlin/Brandenburg hunderte weitere Unternehmen folgen.

WiWo/ap REUTLINGEN. IG-Metall-Vize Jürgen Peters drohte den Arbeitgebern mit schweren Einbußen in Folge der Streiks. "Wir wollen die gesamte Branche empfindlich treffen", sagte er dem "Mannheimer Morgen".

Eine Schlichtung des Tarifkonflikts lehnte er erneut ab: "Wir liegen soweit auseinander, dass ich mir nicht vorstellen kann, wie uns ein Schlichter auch nur annähernd zusammenbringen kann", zitiert ihn die Zeitung. Die Gewerkschaft hatte im Vorfeld ihre Forderung nach 6,5 % mehr Geld bekräftigt. Die Urabstimmungen sollen bis zum kommenden Dienstag dauern. Die Streiks könnten am 6. Mai beginnen. Die Arbeitgeber hatten zuletzt 3,3 % mehr Geld für 13 Monate und eine Einmalzahlung von 190 ? für zwei Monate angeboten.

Peters warf den Arbeitgebern vor, an einer Einigung nicht wirklich interessiert zu sein. Beim Thema Lohnerhöhung sei "bewusst die Sollbruchstelle gesucht worden". Das letzte Angebot von Gesamtmetall habe umgerechnet nur ein Volumen von 2,64 % gehabt. "Mit einer solchen Provokation will man die IG Metall offensichtlich vorführen", mutmaßte Peters laut "Mannheimer Morgen". Deshalb gehe es im Tarifstreit nun nicht mehr nur um ein paar Prozentpunkte, sondern um "Ehre und Macht". Die Warnungen von Wirtschaftsexperten vor den volkswirtschaftlichen Schäden eines zu hohen Abschlusses wies der Gewerkschafts-Vize zurück: "Das sind doch größtenteils Gefälligkeitsgutachten."

Im Südwesten sind die Beschäftigten in 830 tarifgebunden Betrieben zur Abstimmung aufgerufen, in Berlin/Brandenburg in 177 Betrieben.

Für einen Streik müssen 75 % der Gewerkschaftsmitglieder in den tarifgebundenen Betrieben stimmen. Der Vorstand der Gewerkschaft will am 2. Mai entscheiden, in welchen Tarifgebieten der Arbeitskampf stattfinden soll. Der letzte Metaller-Streik fand 1995 in Bayern statt.

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