Schlichtung war nicht erfolgreich
IG Bau stellt Weichen für Streik

Im Tarifkonflikt des Baugewerbes stehen die Zeichen auf Streik. Der Vorstand der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) beschloss am Montag einstimmig, die Urabstimmung über einen Streik einzuleiten. Wenn die erforderliche Mehrheit von 75 % erreicht wird, könnte am 17. Juni der erste flächendeckende Streik im Baugewerbe seit mehr als 50 Jahren starten, sagte IG-Bau-Chef Klaus Wiesehügel in Gießen.

dpa GIESSEN. "Die Stimmung ist aufgeheizt, die Kollegen sind sehr erbost", sagte der Gewerkschaftsvorsitzende. Deshalb rechne er mit einer deutlichen Mehrheit für den Streik. Die Befragung der mehr als 300 000 Gewerkschaftsmitglieder im Baugewerbe soll am kommenden Montag (10. Juni) beginnen. Ausgezählt werden soll am 15. Juni. Je deutlicher das Ergebnis ausfalle, "desto eher kommen die Arbeitgeber an den Verhandlungstisch zurück", sagte Wiesehügel.

Für diesen Freitag kündigte der IG-Bau-Chef massive Warnstreiks auf den Baustellen an. Die Warnstreiks würden auch während der Urabstimmung fortgesetzt. Zur Streikstrategie machte Wiesehügel keine detaillierten Angaben. Zuvor hatte es geheißen, Schwerpunkt des Arbeitskampfes sollten unter anderem Frankfurt am Main und Berlin sein. Auch nicht tarifgebundene Unternehmen im Osten könnten in den Streik einbezogen werden.

Die Schlichtung unter dem CDU-Politiker Heiner Geißler war am Samstag nach tagelangen Verhandlungen gescheitert. Die IG Bau fordert für die 950 000 Beschäftigten der Branche 4,5 % mehr Lohn und Gehalt für ein Jahr. Die Arbeitgeber hatten zuletzt für zwei Jahre Stufenerhöhungen von 3,0 % und 2,1 % angeboten. Dieses Angebot lehnte die Gewerkschaft als zu gering ab. Weiterer Streitpunkt war die geforderte Angleichung der Mindestlöhne für Ost und West.

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