"Schließung einer Gesetzeslücke im Internet"
US-Fonds fordern Aufsicht für Internet-Portfolios

Die Amerikanische Börsenbehörde prüft, ob Do-it-yourself-Depots dem Fondsrecht unterliegen sollten.

Bloomberg WASHINGTON. Die US-Fondgesellschaften fordern von der Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) die Schließung einer Gesetzeslücke im Internet. Auf verschiedenen Web-Seiten können Investoren auf ein neues Anlageprodukt namens "Folio" zugreifen und sich Portefeuilles nach eigenem Geschmack zusammenstellen. Der Web-Anbieter macht Vorschläge, übernimmt die Verwaltung und Abwicklung - und der Anleger entscheidet. Das Investment Company Institute (ICI) fordert, diese Investmentprodukte ebenso wie die Investmentfonds unter das strenge gesetzliche Regelwerk der SEC zu stelle. Der Interessenverband der US-Fondsgesellschaften vertritt ein Anlagevermögen von 6,9 Billionen Dollar.

Das ICI reichte offiziell eine 34 Seiten umfassende Petition bei der Börsenaufsicht ein. Forderung: Anlegern dieser "neuen Welle fondsähnlicher Investments" soll die gleiche Sicherheit gewährt werden wie Kunden der Fondsgesellschaften.

Bei den Folios ist das Do-it-yourself-Prinzip angesagt, während Investmentfonds von professionellen Fondsmanagern verwaltet werden, die über die Zusammenstellung des Portefeuilles entscheiden. Es gibt rund ein Dutzend Firmen wie Foliofn Inc., die im Internet ihren Service anbieten. Sie verwalten und wickeln ab, was der Anleger in seinen Wertpapier-Korb legt.

Fondsgesellschaften sind in den USA dem Investment Company Act aus dem Jahre 1940 und dem Security Act von 1933 unterstellt. Beide Gesetzeswerke regeln Offenlegungsvorschriften, Höhe der Verwaltungsgebühren und Ausgabeaufschlag. Das ICI fordert, dass Grenzen auch für die Fonds-Konkurrenten im Internet gelten sollen. Die neuen Investmentprodukte "untergraben ernsthaft den Anlegerschutz", lautet die Argumentation. Zukünftigen Anbietern im weltweiten Netz könne nicht die gleiche Professionalität und Integrität unterstellt werden wie den Vätern dieser Investmentidee, erklärt Craig S. Tyle, juristischer Berater des Verbandes.

Foliofn wurde vom ehemaligen SEC-Abteilungsleiter Steven Wallman gegründet. Wallman argumentiert, da die Anleger ihre Investmententscheidung selbst treffen, entsprechen Folios in ihrer Struktur nicht einer Fondsgesellschaft und unterliegen auf Grund dieser Tatsache auch nicht deren Vorschriften. Genau den Sachverhalt, "ob dadurch ein neues Wertpapierprodukt entsteht", will die SEC in Ruhe prüfen. Das erklärt Paul Roye, Leiter der Abteilung Investment Management der SEC. "Wir analysieren, ob diese Kategorie angemessen geregelt ist und wo ihr Platz innerhalb unserer Wertpapiergesetze ist", ergänzt er.

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