Schließung von 100 Reisebüros
Thomas Cook befürchtet starkes Umsatzminus

Der Reisekonzern Thomas Cook (Oberursel) hat seine Umsatzerwartungen für das kommende Jahr dramatisch nach unten korrigiert und will zehn Prozent der 26 500 Stellen streichen.

dpa FRANKFURT/MAIN. Nach den Terroranschlägen vom 11. September sei ein Nachfragerückgang zu verzeichnen gewesen, auf den das Unternehmen reagieren müsse, sagte der Vorstandsvorsitzende des zweitgrößten Reiseveranstalters Europas, Stefan Pichler, am Donnerstag in Frankfurt.

Thomas Cook rechne im nächsten Geschäftsjahr 2001/2002 (31.10.) mit einem Umsatzverlust von 15 % und in der Folge einem Ergebniseinbruch um 530 Mill. ? (1,03 Mrd. DM). Ein unternehmensweites Sparprogramm in gleichem Umfang, zu dem auch der Abbau von rund 2600 Stellen und die Schließung von 100 Reisebüros gehören, soll im kommenden Jahr trotz des Ausfalls zweistellige Steigerungsraten beim Ertrag sicherstellen.

Aufträge an fremde Airlines werden reduziert

"Wir haben in den vergangenen zwei Wochen mehr als 400 Maßnahmen entwickelt, um diese Lücke schließen zu können", sagte Pichler. Die schlechten Prognosen seien auch "eine große Chance", die Geschäftsabläufe weiter zu verbessern.

Um Geld zu sparen, will die Thomas Cook AG ihre Aufträge an fremde Fluggesellschaften wie Air Berlin, Aero Lloyd und LTU um 30 % reduzieren, in der eigenen Flotte werden Flieger stillgelegt. Zu dem kurzfristig geschnürten Paket gehört auch die Reduzierung der garantierten Hotelbelegung um 16 bis 17 %, sechs Prozent sollen direkt die Häuser des Konzerns betreffen. Auf der Streichliste stehen auch 100 Management-Stellen.

Das laufende Geschäftsjahr von Anschlägen nicht betroffen

Pichler schätzte, dass rund 600 bis 700 der gefährdeten Stellen nach der Übernahme der Thomas Cook UK im vergangenen Sommer in Großbritannien ohnehin zur Disposition gestanden hätten. In Deutschland führt er 80 bis 90 % der nun eingeleiteten Maßnahmen auf den 11. September und seine Folgen zurück.

Details für die einzelnen Märkte wollte Pichler mit Hinweis auf laufende Verhandlungen mit den Personalvertretungen nicht nennen. Das Unternehmen ist in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, den Benelux-Ländern, Österreich, Polen, Ungarn, Ägypten, Indien und Kanada aktiv. Pichler betonte, der Konzern wolle auf betriebsbedingte Kündigungen so weit wie möglich verzichten. Für die Kunden erwartet er keine spürbaren Auswirkungen des Sparprogramms. Das laufende Geschäftsjahr ist laut Pichler von den Terroranschlägen nicht betroffen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%