Schlimmste Krise in der Geschichte der internationalen Luftfahrt: Irak-Krieg könnte Airlines zehn Milliarden Dollar kosten

Schlimmste Krise in der Geschichte der internationalen Luftfahrt
Irak-Krieg könnte Airlines zehn Milliarden Dollar kosten

Der Irak-Krieg wird dem internationalen Flugverkehr nach Einschätzung des internationalen Luftverkehrsverbandes IATA mögicherweise "leicht zusätzlich 10 Mrd. $ Verluste bringen". Hierdurch könne sich der gegenwärtige Einbruch im Luftverkehr "bis weit in die Sommer-Saison" fortsetzen, erklärte IATA am Wochenende.

dpa MONTREAL/HONOLULU. Die Fluggesellschaften in aller Welt hätten seit den Terrorattacken vom September 2001 bereits Gesamtverluste von 30 Milliarden Dollar verbucht und kämpften mit den Auswirkungen der schlimmsten Krise in der Geschichte der internationalen Luftfahrt, betonte die Organisation. IATA-Generaldirektor Giovanni Bisignani erklärte auf einer Luftfahrtkonferenz in Montreal, die Airlines müssten die Möglichkeit bekommen, zu fusionieren und die internationalen Finanzmärkte anzugehen. Nationale Eigentumsbegrenzungen für Fluggesellschaften müssten aufgehoben werden.

Der Verband der amerikanischen Fluggesellschaften ATA hatte geschätzt, dass selbst ein kurzer Irak-Krieg die US-Airlines zusätzlich 4 Mrd.$ kosten und ihre Gesamtverluste in 2003 auf 10,7 Mrd.$ treiben könnten.

Die Welle der Hiobsbotschaften bei den US-Airlines setzte sich unterdessen weiter fort. Die zwölftgrößte US-Fluggesellschaft Hawaiian Airlines hat in Honolulu einen Insolvenzantrag gestellt. Die 73 Jahre alte Airline will aber weiter fliegen und im Herbst aus dem Insolvenzverfahren kommen, teilte sie mit. Die Hawaiian konnte sich nicht über kostengünstigere Flugzeugleasing-Verträge einigen und ging deshalb zum Insolvenzrichter.

Die Hawaiian Airlines ist nach US Airways und United Airlines die dritte große US-Fluggesellschaft, die nach den Terrorattacken ein Insolvenzverfahren eingeleitet hat. US Airways will in zehn Tagen aus ihrem seit August 2002 laufenden Insolvenzverfahren herauskommen, nachdem sie sich mit ihren Piloten auf neu Pensionskassenvereinbarungen geeinigt hatte. Dies teilte die siebtgrößte US-Fluggesellschaft am Samstag mit.

Die United Airlines will wegen der Auswirkungen des Irak-Kriegs rund 8% ihrer weltweiten Flüge streichen, kündigte die zweitgrößte Fluggesellschaft der Welt an. Sie will mit Wirkung vom ersten April 104 Inlandsflüge und ab sechsten April 20 Auslandsflüge streichen. Damit werde der Service nach Amsterdam, Frankfurt, London, Brüssel, Paris, Tokio und Taipei reduziert, aber nicht beseitigt. Es sind nach Angaben ihrer Gewerkschaften insgesamt rund 3400 Mitarbeiter betroffen.

Die Northwest Airlines kürzt ihre Kapazität um 12%, stellt 20 Flugzeuge außer Dienst und streicht rund 4900 Stellen, gab die viertgrößte US-Fluggesellschaft bekannt. Es seien nordamerikanische, europäische und asiatisch-pazifische Strecken betroffen. Die Northwest machte ebenfalls die nachlassende Nachfrage wegen des Irak-Kriegs verantwortlich. Es sind rund 11% der Belegschaft betroffen.

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