Schloss und Park erlebten eine wechselvolle, sehr deutsche Geschichte
Zu Gast, wo das Kabinett kungelt

Park, Hotel und Schloss Neuhardenberg spiegeln die deutsche Geschichte in der noblen Eleganz des anderen Preußens. Für das Bundeskabinett sind Park und Schloss zu einer Klausurstätte geworden.

Eichenlaub krönt die Häupter der Sparkassenmanager aus Bielefeld. Fast bis auf ihre Unterlagen hängt das Blattwerk des mächtigen Baumes. Konferenztische aus dem Schloss hat man im Park des Schlosses Neuhardenberg so zusammengestellt, dass sich die 16 leitenden Herren zu einer nachmittäglichen Konferenz im Freien versammeln können. Hier, vor der blendend weißen Kulisse des Schlosshotels, entfaltet sich zugleich preußische Disziplin und sommerliche Heiterkeit, überträgt sich auf Stimm- und Stimmungslage.

"Das wär?s, meine Herren." Hans-Georg Vogt, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Bielefeld, hebt die gut gelaunte Runde auf. Einige machen sich zu einem Läufchen über den nahen Quappenweg auf, andere zu einem nachdenklichen Spaziergang durch den Park hinter der Schlossanlage.

Basel zwo statt Hartz vier: Erst zwei Wochen zuvor hatte sich eine ähnlich männerdominierte Runde an gleicher Stelle unter der Eiche versammelt, um unter der Leitung des Bundeskanzlers eine verfahrene Karre namens Beschäftigungspolitik zu beraten: Für das Bundeskabinett sind Park und Schloss Neuhardenberg zu einer Klausurstätte geworden, zu Fluchtpunkt und Rückzugsraum aus dem Hamsterrad im 60 Kilometer entfernten Berlin.

Allemal umweht Schloss Neuhardenberg ein Genius Loci, der sich auch dem flüchtigen Gast in dem Ensemble aus klassizistischen Gebäuden und englisch inspirierter Parklandschaft erschließt. Er erlebt hier eine Architektur und Parklandschaft gewordene Vorstellung eines anderen Preußens, jenseits des Tschingderassabums wilhelminischer Observanz: Reverenz vor der Nobilität des Kargen und der Schönheit des Unverzierten, Lakonischen.

Bauherr von Schloss Neuhardenberg war schließlich ein preußischer Staatsmann und Reformer: Karl August Fürst von Hardenberg (1750 - 1822) war der Besitz 1814 von König Friedrich Wilhelm III. geschenkt worden. Hardenberg beauftragte Karl Friedrich Schinkel damit, das ursprünglich spätbarocke Landschlösschen in ein klassisches Palais umzubauen; den Landschaftspark ließ der Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné anlegen, unterstützt von Hermann Fürst von Pückler-Muskau.

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