Schlüsselrolle fällt Startläuferin Glagow zu
Vornweg zur Medaille

Der Donnerstag soll für die deutschen Biathlon-Damen wieder einmal zum Tag der gigantischen Gefühle werden. Deshalb wollen sie nichts dem Zufall überlassen. Von der ersten Minute an wollen sie dem Staffelrennen ihren Stempel aufdrücken und damit die Konkurrenz zum Reagieren zwingen.

HB OBERHOF. "Ob das dann auch so klappt, ist eine ganz andere Sache. Wünschen kann man sich ja vieles, doch wir haben in der Vergangenheit schon oft Staffelrennen von der Spitze entschieden", sagte Katrin Apel zur Taktik von Bundestrainer Uwe Müßiggang. Neben der 30-jährigen Frankenhainerin sollen am Donnerstag Martina Glagow (Mittenwald), Simone Denkinger (Gosheim) und Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) die deutschen Farben vertreten.

"Wenn du vornweg läufst, bist du in einer ganz anderen Ausgangsposition, als wenn man auf Fehler der anderen warten und selbst optimale Leistungen bringen muss", weiß Apel, mit zwei Olympiasiegen und drei WM-Titeln die Erfolgreichste des deutschen Quartetts. Als Einzige hat sie schon Erfahrungen mit einer Heim-WM. "Ruhpolding 1996 war meine WM-Premiere. Die Siege mit der Staffel und im nicht mehr existierenden Team-Wettbewerb sowie die gigantischen Gefühle danach sind mir noch in Erinnerung, als sei es gestern gewesen", schwärmt sie.

Eine Schlüsselrolle fällt Startläuferin Glagow zu. "Sie macht das schon, denn bei ihr stimmt derzeit die Form, sowohl läuferisch als auch beim Schießen", vertraut Apel der zweifachen Medaillengewinnern von Oberhof. Apel selbst fühlt sich läuferisch bestens im Form, ist aber froh, nicht als Schlussläuferin aufgeboten worden zu sein. "Alle erwarten von uns Gold, doch das wollen auch Russland, Frankreich Weißrussland und Norwegen. Wenn dann die Schlussläuferin verschießt, ist sie der Depp der Nation. Sie kann aber auch zum Held des Tages werden", sagte die Thüringerin. Für den Druck sei sie nicht cool genug.

Wilhelm scheint damit kein Problem zu haben: "Einer muss es ja machen. Ich freue mich aber auch drauf." Bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City 2002 bewältigte sie diese Aufgabe mit Bravour. "Wenn wir die eine Medaille gewinnen, wären wir alle glücklich, wenn es mehr als Bronze wird überglücklich", sagte Wilhelm gewohnt locker. Zur guten Stimmung in der Mannschaft hätte auch der Besuch des Bundespräsidenten Johannes Rau beigetragen. "Wir haben gemeinsam Mittag gegessen. Es war amüsant. Der Bundespräsident ist ein sehr angenehmer Gesprächspartner, hat sogar einige Witze erzählt", berichtete Apel.

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