Schlüsselzins für Tagesgeld beträgt 4,5 Prozent
Spot-Analyse: Überraschende Leitzins-Senkung

Reuters WASHINGTON. Die US-Notenbank hat am Mittwoch überraschend die Leitzinsen um einen halben Prozentpunkt gesenkt. Sie begründete den Schritt mit weiteren Abwärtsrisiken für die amerikanische Wirtschaft. Damit beträgt der Schlüsselzins für Tagesgeld 4,5 %. US-Analysten sagten hierzu in ersten Reaktionen:

DAVID JONES, CHEFVOLKSWIRT, AUBREY G. LANSTON & CO.:

"Ich habe auf eine Zinssenkung zwischen den Sitzungen gesetzt, obwohl ich nicht mit einem so starken Schritt gerechnet habe. Das ist beeindruckend. Die Fed holt jetzt das Beste raus, weil die Märkte einen Zinsschritt zwischen den offiziellen Sitzungen nicht mehr erwartet hatten nach einer ganzen Reihe von Reden der Fed-Vertreter.

Die Fed war besorgt über starke Schwankungen der Investitionen nach den Anpassungen bei der Lagerhaltung. Es gibt sowohl Sorgen über eine Rezession im Unternehmenssektor als auch über die davon ausgehenden negativen Vermögenseffekte und deren dämpfende Auswirkungen auf die Verbraucherausgaben. Und sie haben einen dritten Aspekt genannt - geringeres Wachstum im Ausland.

Die Fed hat unmissverständlich klar gemacht, dass ihren geldpolitischen Entscheidungen die Wirtschaft und nicht die Finanzmärkte zu Grunde liegen. ...Im Mai wird die Notenbank nicht schon wieder handeln. Meine Wette lautet: Sie werden die Zinsen jetzt unverändert lassen und abwarten, wie die vorangegangenen Lockerungen wirken, die sich jetzt auf insgesamt zwei Prozentpunkte beläuft seit die Fed im Januar mit den Zinssenkungen begann."

PETER KRETZMER, VOLKSWIRT, BANK OF AMERICA SECURITIES:

"Ich bin so überrascht wie jeder hier. Besonders nach dem Arbeitsmarktbericht hatten die Daten in eine Richtung gewiesen, dass die Fed noch abwarten würde. Wir waren der Meinung, je länger sie wartet, um so wahrscheinlicher wäre ein Schritt erst im Mai gewesen. ...Die Handelsdaten von heute zum Beispiel zeigen klar an, dass die Wirtschaftsdaten nicht nahe einer Kontraktion sind. Wir nehmen an, dass die Fed im Mai noch einen Schritt gehen wird, sie wollen ihr Handeln beschleunigen. Die Märkte werden jetzt viel stärker raufgehen."

BILL O'HEARN, PORTFOLIOMANAGER, VALENTINE CAPITAL:

"Das ist ein Schock, eine nette Überraschung. Man wird die Märkte womöglich abheben sehen. Niedrigere Zinsen können offenbar helfen und viel mehr Ausgaben auslösen".

BRYAN PISKOROWSKI, ANALYST, PRUDENTIAL SECURITIES:

"Unsicherheit über die Geschäftsaussichten haben der Fed die Hand geführt. Das wird extrem positiv vom Markt aufgenommen werden. Es ist wirklich eine Überraschung".

ROBERT ARMKNECHT, FONDSMANAGER, GALAXY EQUITY GROWTH FUND:

"Ich bin in Ekstase. Die Fed erkennt, dass die Wirtschaft noch ein bisschen Hilfe braucht. Sie gibt dem Geldkreislauf Liquidität und beruhigt die Öffentlichkeit, nicht nur die Anleger. Viele Leute glauben, alles dreht sich nur um die Technologieausgaben der Unternehmen, aber die Ausgaben der Verbraucher machen noch immer zwei Drittel der Wirtschaft aus. Es ist entscheidend, dass das Verbrauchervertrauen auf einem Niveau ist, das zu weiterem Wirtschaftswachstum beiträgt."

PIERRE ELLIS, PRIMARK DECISION ECONOMICS, NEW YORK:

"Das scheint im Widerspruch zu ihrer Vorliebe zu stehen, die Märkte nicht zu überraschen. Es ist auch zweifelhaft, dass die Notenbank von dieser Einstellung abrückt. Scheinbar sieht die Fed etwas, was die Märkte nicht sehen. Die Wirtschaftsdaten haben (zuletzt) größere Stabilität signalisiert als zuvor. Es ist schwer vorstellbar, warum die Fed entschieden hat, dass sich die Risiken für die US-Konjunktur verschlechtert haben. Die Erklärung lässt darauf schließen, dass die Notenbank scheinbar besorgt ist über die sich gegenseitig verstärkenden Effekte von sinkenden Aktienkursen und einem Rückgang von Verbraucherausgaben und Investitionen der Unternehmen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%