Schlussbericht
Dax durch Euro-Schwäche belastet

Zu Handelsschluss stand der Index mit gut einem Prozent im Minus. Die Schwergewichte Daimler und Telekom waren die Hauptverantwortlichen für den Kursrutsch.

Reuters FRANKFURT. Belastet durch die anhaltende Euro-Schwäche präsentierten sich die deutschen Standardwerte am Dienstag schwächer. Bis Handelsschluss lag der Dax mit 1,09 Prozent im Minus bei 7135 Punkten. Händler sahen eine Unterstützungslinie bei 7100 Punkten.



Sollte diese durchbrochen werden könnte eine Talfahrt unter die 7000er-Marke einsetzen, hieß es. Allerdings hielten viele einen Abwärtstrend der deutschen Standardwerte aus derzeitiger Sicht eher für unwahrscheinlich.



"Die negativen Meldungen haben ihre Spitze gesehen - der Euro scheint bei 85,5 Cent seinen Boden gebildet haben", sagte ein Börsianer.



Auch die Diskussion um die hohen Rohölpreise scheine langsam abzuflachen. Daher sei mit einer Konsolidierung der deutschen Standardwerte zu rechnen, hieß es.



Der Dax könnte bereits in den nächsten Tagen auf die Marke bei 7400 Punkten klettern, sagten Händler. Im Vorfeld der Optionsverfallstermine - dem so genannten "Dreifachen Hexentag" - am Freitag dürfte es allerdings zu Kurskapriolen kommen. "Mit irrationalen Kursbewegungen vor dem großen Verfallstermin zum Wochenschluss muss gerechnet werden", sagte ein Händler. Die zu erwartenden Kursschwankungen würden jedoch Einzelwerte betreffen. Aussagen über die allgemeine Tendenz seien daher nicht möglich.



Die weitere Entwicklung hängt nach Ansicht von Marktteilnehmern weiter von den US-Trends ab. Bis gegen 20.00 Uhr MESZ lag der Dow Jones Index mit 0,32 Prozent im Plus bei 11.231,75 Zählern. Neben den US-Vorgaben dürfte auch die Performance des Index-Schwergewichts Deutsche Telekom nach Einschätzung von Marktteilnehmern das weitere Geschehen am Dax mitbestimmen.



Die Deutsche Telekom notierte am Dienstag nach Handelsschluss um 0,93 Prozent schwächer. Das Telekompapier leidet nach Händlerangaben vor allem unter der erwarteten geringeren Gewichtung in den europäischen Stoxx-Indizes.



Auch DaimlerChrysler musste deutliche Verluste hinnehmen. Die Titel des Automobilherstellers fielen bis Handelsschluss um über 2,6 Prozent. Händlern zufolge ist die Talfahrt der DaimlerChrysler-Aktien eine Reaktion auf die Reduzierung der Gewinnprognose für das Unternehmen durch die Deutsche Bank. Die Deutsche Bank hatte am Dienstag in London mitgeteilt, wegen der schwachen Profitabilität der US-Sparten des Konzerns sei die Prognose für 2000 auf 5,3 Euro von sechs Euro je Aktie gesenkt worden. Die Probleme bei Chrysler in den USA würden schlimmer, hieß es. Die Deutsche Bank prognostizierte für Chrysler einen Verlust im dritten Quartal.



Bei den Automobilwerten konnten sich BMW gegen den allgemeinen Branchen- und Markttrend um über 1,2 Prozent verbessern. Händler führten den Anstieg auf charttechnische Gründe zurück. Die Aktie habe den Bereich zwischen 36 und 38 Euro in der Vergangenheit gut gehalten.



Adidas Salomon

mussten nach vorübergehenden Kursgewinnen auf bis zu 65,38 Euro bis zum Nachmittag ebenfalls Verluste hinnehmen. Bis Handelsschluss notierten Adidas mit 63,35 Euro um 2,2 Prozent schwächer. Händlern zufolge hatte der Sportartikelhersteller vorübergehend von der Erwartung höherer Auftragszahlen angesichts der Olympischen Spiele profitiert.



Auf der Verliererseite ragten weiterhin die Hochtechnologiewerte heraus. Händler verwiesen zur Begründung der Branchenschwäche auf die schwache Nasdaq. Siemens verbilligten sich um 0,6 Prozent, SAP um 2,7 Prozent und Infineon um 1,5 Prozent.



Auf den Verkaufslisten der Börsianer standen die Titel der Dresdner Bank. Die Papiere schwächten sich um 2,2 Prozent ab. Das Kreditinstitut will nach Informationen aus Kreisen das US-Investmenthaus Wasserstein Perella & Co kaufen.



Die Dresdner Bank wollte zu dem geplanten Kauf keinen Kommentar abgeben. Analysten sagten, ein kleinerer US-Zukauf würde sehr gut in die Strategie der Dresdner passen. Einem Zeitungsbericht zufolge verlangt Wasserstein Perella für ihre Investmentaktivitäten bis zu 1,5 Milliarden Dollar. Ein Händler sagte allerdings, dass der Markt den möglichen Kauf als nicht besonders großartig einstufe. Das US-Unternehmen sei nicht börsennotiert und nur wenig bekannt.

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