Schlussbericht
Dax schließt vor US-Zinsentscheid fester

Sowohl die Technologiewerte, die sich Händlern zufolge an den positiven Vorgaben der US-Technologiebörse orientierten, als auch Titel der traditionellen Branchen lieferten dem Börsenbarometer Unterstützung.

Reuters FRANKFURT. Die deutschen Standardwerte haben am Dienstag auf breiter Front zulegen können und deutlich über dem Vortagesniveau geschlossen. Sowohl die Technologiewerte, die sich Händlern zufolge an den positiven Vorgaben der US-Technologiebörse orientierten, als auch Titel der traditionellen Branchen lieferten dem Börsenbarometer Unterstützung. Der Deutsche Aktienindex ging mit einem Plus von 1,39 % bei 6479,28 Zählern aus der Sitzung, während der US-Technologieindex Nasdaq Composite im Zeitpunkt des Börsenschlusses in Frankfurt 2,23 % höher um 2683 Zähler lag. Mit Spannung erwarteten die Märkte das letzte Zinstreffen der US-Notenbank (Fed) in diesem Jahr nach Börsenschluss in Deutschland, sagten Händlern. Die Fed teilte um 20.15 Uhr MEZ dann mit, dass sie den Zielsatz für Tagesgeld unverändert bei 6,50 % lasse. Sie deutete zugleich eine zukünftige Lockerung ihrer Geldpolitik an.

Insbesondere die vor US-Handelsauftakt negativ tendierenden Technologiewerte erhielten nach Angaben von Marktbeobachtern einen Schub von der unerwartet fester notierenden US-Technologiebörse Nasdaq und rückten im Sitzungsverlauf zu den höher tendierenden traditionellen Werten wie die Münchner Rück und Schering auf. Weniger beeindruckt von den Nasdaq-Vorgaben zeigten sich dagegen die Titel am Neuen Markt. Der alle Werte des Wachstumssegmentes umfassende Nemax All Share sank 0,61 % auf 2933,97 Zähler.

Die branchenübergreifenden Kursgewinne am Standardwertemarkt könnten nach Ansicht von Jürgen Gries, Händler bei Merck Fink & Co, auch mit dem zum Jahresende üblichen "Window-Dressing" in Zusammenhang stehen. Zum Jahresende würden Unternehmen in den Markt eingreifen, um ihr Beteiligungsgeschäft in der Jahresbilanz erfolgreicher aussehen zu lassen, sagte er. Einzelne Kurstendenzen seien angesichts der hohen Volatilität, bedingt durch die geringen Umsätze, nur selten auf fundamentale Neuigkeiten zurückzuführen, fügte er hinzu.

So waren auch die großen Kursausschläge der Deutschen Telekom für Händler nicht eindeutig begründbar. Die mit Abstand am meisten gehandelten Aktien sanken zunächst auf ein Jahrestief und zogen dann um 3,42 % auf 36,85 Euro an. Die Titel sind nach Ansicht der Händler auf dem gegenwärtigen Kursniveau überverkauft. Die Trendwende sei zwar von den am Vormittag veröffentlichten Prognosen zur Geschäftsentwicklung der Telekom-Mobilfunksparte unterstützt worden, hätten jedoch insgesamt gesehen nur eine untergeordnete Rolle gespielt, sagten Händler. Keinen entscheidenden Einfluss auf die Kursbewegungen des Telekom-Unternehmens habe der am Morgen angekündigte Verkauf des 1,8-prozentigen Telekom-Anteils durch France Telecom ausgeübt, hieß es weiter.

Zulegen konnten im Sog der US-Technologiebörse die deutschen Technologiewerte. Infineon gewannen 2,65 % auf 44,5 Euro, während Epcos sich nach den Vortagesverlusten um 1,86 % auf 96,05 Euro erholten. SAP gingen 2,1 % höher aus dem Handel. Selbst Siemens-Aktien erfuhren einen Wertzuwachs von 2,16 %, obwohl das Investmenthaus JP Morgan am Morgen mitgeteilt hatte, die Gewinnreihe für die Jahre 2001 und 2002 gesenkt zu haben. Die langfristige Kaufempfehlung für die Aktie sei jedoch beibehalten worden, hiess es.

Deutlich schwächer präsentierten sich am Dienstag die Finanzwerte. Während ein Händler auf die jüngsten Gewinnwarnungen von US-Mittbewerbern als Belastungsfaktor verwies, konnten andere keine spezifischen Gründe ausmachen.

Der MDax für die mittelgroßen Werte notierte am Ende der Sitzung 0,08 % höher bei 4722,39 Punkten.



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