Schlussbericht: Dax trotz schwacher Nyse und EZB-Entscheid fest

Schlussbericht
Dax trotz schwacher Nyse und EZB-Entscheid fest

Positiv seien dagegen die veröffentlichten deutschen Arbeitsmarktdaten aufgenommen worden. Auftrieb habe der Dax auch von kursgünstigen Anschaffungen besonders bei den Technologiewerten erhalten, hieß es.

Reuters FRANKFURT. Trotz der etwas schwächeren Tendenz an der US-Computerbörse Nasdaq und des Zinsentscheids der Europäischen Zentralbank (EZB) hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag fester geschlossen. Der Deutsche Aktienindex (Dax) ging mit einem Plus von 1,01 % auf 6892,49 Punkten aus dem Handel. Im frühen Geschäft war das Marktbarometer zunächst auf ein Hoch von 6917 Zählern geklettert, was einem Plus von 1,4 % entspricht. Die überraschende Zinserhöhung der EZB und die Aussagen von EZB-Chef Wim Duisenberg am Nachmittag hätten das Börsenbarometer dann aber etwas gedrückt, sagten Börsianer.

Positiv am Markt seien dagegen die am Vormittag veröffentlichten deutschen Arbeitsmarktdaten aufgenommen worden. Auftrieb habe der Dax auch von kursgünstigen Anschaffungen besonders bei den Technologiewerten erhalten, hieß es. Händler sagten, der Markt sei zurzeit überverkauft. Von 30 gehandelten Standardwerten konnten sich 20 verbessern, zehn mussten dagegen Federn lassen. Insgesamt wechselten knapp 43 Mill. Dax-Werte ihren Besitzer.

In New York präsentierte sich der technologielastige Nasdaq-Composite-Index zu Börsenschluss in Deutschland etwas leichter. Er wies ein Minus von 0,3 % auf 3511 Punkte aus. Der Dow-Jones-Index ermäßigte sich um 0,25 % auf 10 759 Zähler.

Die EZB hatte die Leitzinsen in der Euro-Zone am Donnerstag überraschend um 0,25 %punkte erhöht. EZB-Präsident Wim Duisenberg begründete die Anhebung des Schlüsselzinses auf 4,75 % mit den Inflationsrisiken, die von den hohen Ölpreisen und dem niedrigen Euro-Kurs ausgingen.

Durch die anhaltend starke Konjunktur war die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im September saisonbereinigt mit 3,845 Mill. auf den niedrigsten Stand seit Januar 1996 gesunken. Mit einem Rückgang auf 9,0 % erreichte die auf unbereinigten Daten basierende Arbeitslosenquote sogar den niedrigsten September-Wert seit sieben Jahren.

Trotz der Umsatzwarnung des US-Computerherstellers Dell und der leichteren Nasdaq-Tendenz gehörten Siemens und Infineon zu den Gewinnern. Siemens erholten sich um 5,6 % und Infineon um 2,4 %. Dell hatte am Vorabend mitgeteilt, der Umsatz im dritten Quartal könnte um drei Prozent unter den vorherigen Erwartungen ausfallen. Analysten sagten, es sei damit zu rechnen, dass mit der Dell-Warnung nun die meisten schlechten Unternehmensnachrichten auf dem Markt seien. Gerüchte über eine Gewinnwarnung belasteten nach Angaben von Händlern dagegen die Aktie des Walldorfer Softwareherstellers SAP. Das Papier verbilligte sich um drei Prozent auf 258,0 Euro. SAP wollte die Gerüchte auf Anfrage nicht kommentieren.

Nach der EZB-Entscheidung zeigten sich die zinssensitiven Finanzwerte uneinheitlich. Während Deutsche Bank und Commerzbank stiegen, verbilligten sich Dresdner Bank und HypoVereinsbank. Commerzbank (plus 1,7 %) konnten nach Händlerangaben von einer Höherstufung durch die Investmentbank Goldman Sachs profitierten.

RWE sprangen um 6,2 % auf 44,0 Euro. Im Handelsverlauf hatte der Versorgertitel sogar ein neues Jahreshoch bei 43,79 Euro markiert. Börsianer machten charttechnische Gründe für den Anstieg verantwortlich. Ein Kurs von über 43 Euro bedeute ein Kaufsignal, hieß es.

Die Aktien des Pharmaunternehmens Schering litten Händlern zufolge unter Gewinnmitnahmen. Schering verloren 4,6 % auf 71,30 Euro. Ein Händler sagte, nach dem kräftigen Anstieg vom Mittwoch nähmen Investoren nun Gewinne mit. Am Vortag hatte die Schering-Aktie ein Jahreshoch bei 76,16 Euro gesehen.

Die 70 größten Nebenwerte waren ebenfalls freundlich gestimmt. Der MDax zog um 0,34 % auf 4912,71 Punkte an. Am Neuen Markt zeigte gab der alle Werte des Wachstumssegments umfassende Nemax-Index um 0,1 % auf 4684 Punkte nach.

Birgit Mittwollen

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