Schlussbericht
Neuer Markt beendet Tag mit Minus

Die Wachstumswerte sind mit schwächeren Notierungen aus dem Handel gegangen.

Reuters FRANKFURT. Der Frankfurter Neue Markt hat im Sog der schwachen US-Computerbörse Nasdaq am Donnerstag im Minus geschlossen. Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share- Index ermäßigte sich um 1,6 % auf 5360 Punkte. Das Blue-Chip-Barometer Nemax50 ging um 1,9 % auf 6053 Zähler zurück. Händler machten für die Kursabschläge die schwache Nasdaq und die Gewinnwarnung bei Nokia verantwortlich.

Zu Börsenschluss in Deutschland notierte der technologielastige Nasdaq-Composite-Index 3,4 % niedriger auf 3852,7 Punkten. Der 30 führende Industriewerte umfassende Dow-Jones-Index wies dagegen ein Plus von 0,5 % auf 10 563 Zähler aus.

Der finnische Telekomausrüster Nokia hatte zwar für das zweite Quartal 2000 einen deutlichen Ertragsanstieg ausgewiesen, aber zugleich vor zu hohen Gewinnerwartungen in den kommenden Monaten gewarnt. Die Aktie des weltgrößten Handy-Produzenten stürzte nach dieser Prognose an der Börse Helsinki um 8,85 Euro auf 45,0 Euro ab.

Stark gefragt am Neuen Markt waren Artnet.com . Bei hohem Umsatz verteuerten sich die Titel um 9,6 % auf 7,30 Euro. Händler erklärten den Kursanstieg mit "Stock-Picking", also gezielten Käufen bestimmter Einzeltitel. Im Zuge der "Hysterie" um Neue-Markt-Unternehmen, die angeblich kurz vor dem Konkurs stünden, seien Artnet in den vergangenen Wochen kräftig unter Druck geraten. Auf dem gegenwärtigen Kursniveau habe sich offenbar für viele Anleger der Einstieg gelohnt, hieß es.

Auch Cycos AG fanden sich auf der Gewinnerliste wieder. Die Titel stiegen um knapp acht Prozent auf 19,95 Euro, nachdem das Unternehmen bekannt gegeben hatte, mit der deutschen Telephonwerke Aktiengesellschaft & Co. einen Rahmenvertrag über eine Partnerschaft abgeschlossen zu haben.

Die Pixelpark AG teilte mit, im vierten Quartal des Geschäftsjahres 1999/2000 ihren Umsatz um 219 % auf rund 27 Mill. DM gesteigert und die Gewinnzone erreicht zu haben. Der Markt honorierte die Meldung mit einem Plus von mehr als 15 % auf 88,60 Euro, womit die Aktie größter Gewinner war.

Die Aktien der Plenum AG ragten ebenfalls auf der Gewinnerseite heraus. Die Papiere legten um 6,7 % auf 12,80 Euro zu. Es habe einen größeren institutionellen Kaufinteressenten am Markt gegeben, sagte ein Händler. Dies habe den Markt angetrieben, hieß es.

Unter Druck standen dagegen H5B5 Media, die um knapp 20 % auf 26,10 Euro einbrachen und damit größter Verlierer waren. Das Unternehmen wies im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2000 einen geringeren Umsatz als im Vorjahreszeitraum aus. Der Konzernverlust habe sich auf 737 000 DM von 143 000 DM ausgeweitet, teilte das Medienunternehmen mit.

Die Aktien der Prout AG standen ebenfalls auf den Verkaufslisten der Börsianer. Die Papiere schwächten sich um 8,3 % auf zehn Euro ab. Mehrere Händler und Analysten konnten sich den Kursrückgang nicht erklären. Sie verwiesen aber darauf, dass die Aktie ein recht marktenger Titel sei, bei dem geringe Umsätze zu Kurssprüngen führen könnten. Die Prout AG hatte am Morgen mitgeteilt, ihren Fehlbetrag im ersten Quartal verringert und den Umsatz gesteigert zu haben.

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