Schlussbericht
Neuer Markt - Bei dünnen Umsätzen leichter

Händler sagten, es lägen zu wenig gute Unternehmensmeldungen vor, die Anleger zum Aktienkauf veranlassen könnten.

Reuters FRANKFURT. Die Aktien am Frankfurter Neuen Markt haben am Montag bei dünnen Umsätzen leichter geschlossen. Die amerikanische Wachstumsbörse Nasdaq sei gegenwärtig "charttechnisch ausgereizt" und könne den Neuen Markt daher nicht beflügeln, sagte eine Händlerin. Auch sonst fehlten zurzeit klare Impulse. Der alle Werte des Segments umfassende Nemax-All-Share-Index gab 0,4 Prozent auf 4316,48 Punkte nach, der Blue-Chip-Index Nemax50 verlor 0,3 Prozent auf 4663,56 Zähler. Die Nasdaq hatte im Handelsverlauf uneinheitlich tendiert und notierte gegen Handelsschluss in Deutschland im Minus.

Händler sagten, es lägen zu wenig gute Unternehmensmeldungen vor, die Anleger zum Aktienkauf veranlassen könnten. Zudem verharre der Markt in einer Wartehaltung auf Richtungstendenzen aus den USA. Diese könnten von der US-Präsidentschaftswahl, aber auch durch Unternehmens- oder Wirtschaftsnachrichten ausgelöst werden.

Der Markt befinde sich derzeit in einer Konsolidierungsphase, die noch bis mindestens nächste Woche anhalten könnte, sagte eine Händlerin. Nach Einschätzung eines anderen Börsianers zeigten zwar einzelne Werte wie Consors mit plus 4,1 Prozent Erholungstendenzen; insgesamt warteten aber noch viele Investoren auf einen besseren Zeitpunkt, um wieder in den Markt einzusteigen. Zudem seien die Umsätze sehr dünn. "Bei vielen Marktteilnehmern herrscht wohl noch unterschwellig ein wenig Skepsis."

Eine Kursexplosion infolge einer positiven Unternehmensmeldung verbuchten die Aktien des krisengeschüttelten Softwareunternehmens Infomatec. Die Titel konnten sich im Handelsverlauf mehr als verdoppeln und gingen mit einem Kursgewinn von 117,5 Prozent bei 4,70 Euro aus dem Handel. Die Gesellschaft hatte am Morgen mitgeteilt, sich künftig auf Lösungen für das interaktive Fernsehen zu konzentrieren und nicht zum Kerngeschäft gehörende Bereich zu verkaufen. In den vergangenen Wochen war der Kurs von Infomatec auf knapp über zwei Euro eingebrochen. Infomatec war Ende August in die Schlagzeilen geraten, als die Firma ihre Umsatzprognose für das laufende Jahr auf rund 50 Millionen Euro halbierte und überhöhte Angaben über Aufträge einräumen musste.

Ebenfalls im Aufwind lagen die Titel des Münchener IT-Dienstleisters Haitec. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, seinen Verlust in den ersten neun Monaten dieses Jahres verringert zu haben. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) belaufe sich für die Monate Januar bis September 2000 auf minus 3,54 Millionen Euro nach minus 4,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Aktien legten um 16 Prozent auf 12,20 Euro zu.

Zu den Verlieren gehörten die Aktien des Internet-Datenbank-Betreibers DCI. Die Titel fielen auf ein neues Jahrestief von 17 Euro, erholten sich dann wieder etwas und schlossen mit einem Minus von rund 16 Prozent bei 19,75 Euro. DCI hatte zuvor für die Monaten Januar bis September 2000 einen Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 11,8 Millionen Euro und einen Fehlbetrag nach Steuern von 6,2 Millionen Euro veröffentlicht.

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