Schlussbericht
Neuer Markt bereitet Anlegern wieder Freude

"Hier geht wieder was!" freuen sich die Händler. Der Nemax 50 legte fast 3 Prozent zu.

Reuters FRANKFURT. Der Nemax-Index am Neuen Markt in Frankfurt hat am Donnerstag kräftig zugelegt. Das alle Werte des Segments umfassende Börsenbarometer stieg um 2,83 Prozent auf 5524,28 Punkte.



Der Nemax50 für die größten Werte am Neuen Markt gewann 2,77 Prozent auf 6093,36 Zähler.



"Hier geht wieder was!", sagte der Händler einer Frankfurter Bank erfreut. Dabei setzte sich zunächst der Trend der Vortage fort, dass die Anleger nach wochenlanger Zurückhaltung wieder vermehrt in die Wachstumswerte investierten. Am Nachmittag bekam der Markt dann einen zusätzlichen Schub durch eine sehr feste Tendenz an den US-Börsen. Die Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank spielte Händlern zufolge am Neuen Markt eher eine untergeordnete Rolle. "Da gab es heute ein Eigenleben", sagte ein Marktteilnehmer.



Nach dem Zuwachs am Donnerstag hat der Nemax im Monat August insgesamt rund fünf Prozent und der Nemax50 rund vier Prozent zugelegt. Dabei hatten sich die Indizes in den ersten drei Wochen dieses Monats zunächst schwächer entwickelt und erst seit dem 23. August deutlich wieder an Fahrt gewonnen. So stieg etwa der Nemax50 seitdem um acht Prozent.



"Mehr und mehr Anleger springen wieder auf den Zug auf", sagte ein Händler. Liquidität sei bereits in den vergangenen Wochen vorhanden gewesen, nur habe bis zum Wochenbeginn jeder auf eine günstige Einstiegsmöglichkeit und ein freundliches Börsenumfeld gewartet. Dies sei inzwischen da. Bereits an den Vortagen hatte der Nemax fester notiert und sich dabei stets besser als die Nasdaq in New York entwickelt.



Am Donnerstag lag der technologielastige Nasdaq-Index bei Handelsschluss in Frankfurt mit zwei Prozent im Plus. Der US-Aktienmarkt profitierte dabei nach Angaben von Händlern von den jüngsten US-Konjunkturdaten, die auf ein sich abschwächendes Wachstum in der US-Wirtschaft hingewiesen hätten und damit eine Zinserhöhung in den USA unwahrscheinlicher werden ließ.



Im Gegensatz zum Deutschen Aktienindex wirkte sich die Zinsanhebung der EZB auf den Neuen Markt nach Angaben von Händlern kaum aus. Die Zentralbank hatte die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte auf 4,50 Prozent angehoben und dies mit Preisrisiken begründet, die auch vom schwachen Euro und den hohen Ölpreisen ausgingen. An den Finanzmärkten war von einigen Händlern eine Zinsanhebung von 50 Basispunkten erwartet worden. Höhere Zinsen können für Unternehmen Kredite verteuern und den Gewinn schmälern. Zudem werden andere Anlageformen wie etwa Anleihen bei einer Zinserhöhung für Investoren attraktiver, da sie höhere Renditen als zuvor abwerfen. Deshalb wirken sich Zinserhöhungen tendenziell belastend auf Aktienkurse aus.



Größter Gewinner am Neuen Markt war am Donnerstag die Swing! Entertainment, deren Aktien bei geringen Umsätzen von 33.600 Stück auf Xetra um 56,7 Prozent auf 16,15 Euro stiegen. Der Hersteller von Computerspielen hatte zuvor den Abschlussbericht seines zur Jahresmitte endenden Geschäftsjahres vorgelegt und dabei verbesserte Zahlen präsentiert. Zudem kündigte Swing! die Übernahme eines US-Unternehmens an.



Die Aktien der Telekom-Tochter T-Online stiegen um 7,1 Prozent auf 30,10 Euro. Der Internet-Dienstleister hatte am Donnerstag seine Halbajhreszahlen vorgelegt und dabei eine Verdoppelung von Umsatz und Kundenzahl ausgewiesen.



Ebenfalls nach der Vorlage der Halbjahreszahlen stiegen die Aktien der Brainpool TV. Die Titel gewann 15,1 Prozent auf 115 Euro. Die Fernsehproduktions- und Vermarktungsfirma hatte zuvor mitgeteilt, bereits nach den ersten sechs Monaten das Ergebnis des gesamten Vorjahres übertroffen zu haben. Die Halbjahreszahlen der MWG Biotech wurden an der Börse indes mit einem deutlichen Kursabschlag quittiert. Die Titel gaben um 14,1 Prozent auf 20,95 Euro nach. Das Biotech- Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, in den ersten sechs Monaten zwar den Umsatz gesteigert, aber auch die Verluste ausgeweitet zu haben.



Ähnlich erging es der Beko-Holding. Die Aktien des Internet- Dienstleisters verloren 12,3 Prozent auf 20 Euro, nachdem das Unternehmen in seinem Halbjahresbericht über geringere Umsätze und ein gesunkenes Ergebnis berichtet hatte.



Die Titel der Münchner F.A.M.E. Film & Music Entertainment AG verbuchten an ihrem ersten Handelstag einen deutlichen Aufschlag. Die Aktien, die zu zehn Euro ausgegeben worden waren, notierten am Schluss mit 14 Euro.



Im Kleinwertesegment ging es mit den Aktien überwiegend nach oben. Der SDax stieg um 0,27 Prozent auf 3457,45 Zähler, der Smax kletterte um 0,18 Prozent auf 332,02 Punkte.

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