Schlussbericht
Schwache Automobil- und High-Tech-Werte belasten Dax

Belastet von den Kursverlusten im Hochtechnologie- und Automobilsektor hat der Deutsche Aktienindex (Dax) am Dienstag geringfügig niedriger geschlossen.

rtr FRAKFURT. Das Kursbarometer ging mit einem moderaten Minus von 0,23 Prozent auf 6108,72 Punkten aus dem Handel. Im Verlauf hatten Hoffnungen auf eine Zinssenkung in der Euro-Zone nach den schwachen deutschen Arbeitsmarktdaten den Dax zeitweise ein wenig gestützt. Insgesamt sei das Geschäft lustlos verlaufen, sagten Händler. Volkswagen hatte am Morgen seine Quartalszahlen vorgelegt, auf die das Papier mit Abschlägen reagierte. Deutliche Kursgewinne konnten dagegen die zyklischen Dax-Papiere verbuchen.

Trotz des üblichen Frühjahrsaufschwungs hatte sich die Lage am deutschen Arbeitsmarkt auf Grund der schwächeren Konjunktur zum vierten Mal in Folge verschlechtert. Bereinigt um Saisoneinflüsse stieg die Arbeitslosenzahl im April gegenüber März um 6000 auf rund 3,809 Millionen, teilte die Bundesanstalt für Arbeit mit. Von Reuters befragte Volkswirte hatten einen geringeren Anstieg erwartet.

Die US-Börsen notierten zu Börsenschluss in Deutschland uneinheitlich. Während der 30 führende Industriewerte umfassende Dow-Jones-Index 0,6 Prozent auf 10.865 Punkte nachgab, notierte der technologielastige Nasdaq-Composite-Index 0,1 Prozent höher auf 2176 Zählern.

Auf den Verkaufslisten der Börsianer standen die deutschen Automobilwerte. Für leichte Verwirrung habe die Bilanzierungsumstellung des Volkswagen-Konzerns gesorgt, sagte ein Händler. Diese neue Bilanzierung nach internationalem Standard IAS sei unübersichtlich und belaste den Kurs, hieß es. Die Zahlen für das erste Quartal seien nicht so schlecht, sagten Börsianer. Die Bilanzierung einmal nach den Richtlinien HGB und IAS sei jedoch etwas unübersichtlich. VW gaben um 0,8 Prozent ab, BMW schlossen kaum verändert.

Die Aktien der DaimlerChrysler AG verbilligten sich um 0,6 Prozent auf 56,40 Euro. Händler führten die Abwärtstendenz auf einen Zeitungsbericht zurück, wonach die Garantieleistungen für die deutsche Marke Mercedes-Benz um mehr als das Dreifache zugenommen habe. Eine DaimlerChrylser-Sprecherin bestätigte einen Anstieg der Kosten, nannte aber keine Zahlen.

Unter Druck gerieten auch die Anteilsscheine der Lufthansa. Anhaltende Unsicherheit über den Ausgang der Tarifverhandlungen mit den Piloten der Fluglinie habe den Kurs belastet, hieß es. "Die Gespräche ziehen sich länger hin als erwartet", sagte ein Händler. Die Aktie notierte zum Schluss 1,6 Prozent schwächer bei 22,14 Euro.

Größter Dax-Gewinner waren Preussag mit einem Aufschlag von 4,6 Prozent. Ein Händler sagte, dass zyklische Werte wieder gesucht seien.

Gefragt waren auch die Aktien von Schering, die 2,85 Prozent auf 55,85 Euro gewannen. Der Pharmakonzern erhielt nach eigenen Angaben von der US-Gesundheitsbehörde die weltweite erste Zulassung zur Vermarktung des neuen Krebs- Medikaments Campath.

Die Technologiewerte drehten zum Schluss ins Minus, nachdem sich die Gewinne an der Nasdaq verkleinerten. SAP verbilligten sich um 1,4 Prozent, Siemens um 0,6 Prozent. Indexschwergewicht Deutsche Telekom rutschte um 2,8 Prozent auf 26,80 Euro.

Der MDax verbesserte sich um 0,41 Prozent auf 4604,97 Zähler. Der Kurs des potenziellen Dax-Kandidats MLP stieg um 3,7 Prozent. Der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse kommt am Dienstagabend zusammen, um über die neue Indexzusammensetzung zu beraten. Die Aktien von Philipp Holzmann sprangen um über zehn Prozent auf 19,20 Euro in die Höhe. Allerdings wurden lediglich 7662 Aktien umgesetzt. Die Europäische Kommission hatte zuvor nach langer Prüfung öffentliche Beihilfen und Kredite für den Baukonzern von insgesamt 375 Millionen Mark gebilligt.



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