Schlussbericht
Telekomwerte in ganz Europa schwach

Insbesondere die Börsen Madrid und Mailand wurden von den schwächelnden Telekomaktien belastet.

Reuters FRANKFURT. Die europäischen Börsen haben am Montag überwiegend fest geschlossen. Besonders Technologie- und Chemietitel hätten zu der positiven Tendenz beigetragen, sagten Händler. Die Telekomwerte tendierten dagegen europaweit schwach, nachdem die Deutsche Telekom eine milliardenschwere Übernahme in den USA bekannt gegeben hatte. Insbesondere die Börsen Madrid und Mailand wurden von den schwächelnden Telekomaktien belastet und gaben gegen den europäischen Trend nach. An den meisten Börsen fielen die Umsätze wegen der Urlaubszeit niedrig aus.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz gewann bis zum Abend 0,3 % auf 4960 Zähler, der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) sackte dagegen leicht um 0,07 % auf 5234 Punkte ab.



London: FTSE-Index kaum verändert

An der Londoner Börse hat der FTSE-100-Index bei niedrigen Umsätzen kaum verändert geschlossen. Der Index erhöhte sich um moderate 0,05 % auf 6381,3 Zähler. Zu den Gewinnern zählten Aktien aus dem Informationstechnologiesektor. So kletterten Bookham Technology um 7,2 % und Marconi um fünf Prozent. Marconi hatte zuvor bekannt gegeben, von der British Telecom einen Großauftrag erhalten zu haben. Ebenfalls im Aufwärtstrend präsentierte sich der Medienwert EMAP. Das Papier zog um 4,7 % an, nachdem eine Sonntagszeitung den Wert zum Kauf empfohlen hatte.



Zürich: SMI-Index über 8000 Punkten

Die Schweizer Börse hat im Zuge von Gewinnen bei den Schwergewichten im Bereich Pharma und Banken auf einem neuen Jahresschlusshoch bei über 8000 Punkten geschlossen. Nestle, ABB, Roche, die Bankwerte UBS und CS Group und auch Novartis hätten kontinuierliche Nachfrage gesehen, erklärten Händler. Der Anstieg sei nicht zuletzt auf die schwache Performace der vergangenen Woche zurückzuführen, hieß es weiter. Der SMI-Index der Standardwerte stieg 108,8 Punkte oder 1,38 % auf 8009,2 Zähler.



Paris: CAC-Index etwas fester

In Paris hat sich die Börse etwas fester präsentiert. Der CAC-Index für die 40 größten Unternehmen erhöhte sich um 0,6 % auf 6502 Zähler. Händler sprachen von einem nachrichtenarmen und lustlosen Geschäft. Auf den Einkaufslisten der Börsianer standen die Autombilwerte. Peugeot kletterten nach Vorlage der Halbjahreszahlen um 3,5 %. Renault, die im Wochenverlauf ihre Zahlen vorlegen wollen, sprangen um 4,8 %. Die indexschwergewichtigen France Telecom verbilligten sich dagegen im Sog der schwachen Deutschen Telekom um 0,8 %.



Mailand von Telekomwerten belastet

Die Börse Mailand schloss schwächer. Der MIB30-Index verlor 0,9 % auf 47 827 Punkte. Besonders Telekommunikationstitel mussten Verluste hinnehmen, nachdem die Deutsche Telekom eine milliardenschwere Übernahme in den USA angekündigt hatte. Olivetti gaben 2,4 % und Telecom Italia um 1,5 % nach. ENI konnten dagegen 1,2 % zulegen. Das Unternehmen hatte zuvor bekannt gegeben, im Kaspischen Meer ein Ölvorkommen entdeckt zu haben.

Börse Madrid etwas leichter

Gegen die europäische Aufwärtstendenz gab die spanische Börse nach. Der 35 Werte umfassende Ibex-Index verringerte sich um 0,44 % auf 10 831,5 Punkte. Händler sprachen von dünnen Umsätzen. Ursache des Indexrückgangs seien die Verluste beim Schwergewicht Telefonica gewesen, hieß es. Der Telekom-Titel gab um 1,75 % auf 24,08 Euro nach. Ein Händler sagte, dass sich die Aktie dem gesamteuropäischen Abwärtstrend im Telekomsektor nicht entziehen konnte. Indra Sistemas erhöhten sich dagegen um 2,5 %, nachdem die Investmentbank Societe Generale die Bewertung der Aktie mit "Kaufen" aufgenommen hatte.

Amsterdamer Index fester

Im Amsterdamer Aktienhandel hat der AEX-Index bei dünnen Umsätzen 0,68 % auf 683,57 Punkte zugelegt. Händler rechneten damit, dass der Index nun bald die psychologisch wichtige Widerstandsmarke von 692 Zählern überschreiten werde. Zu den Gewinnern zählten ING mit einem Plus von 2,85 % auf 71,75 Euro. Händler sagten, dass Zeitungsberichte, wonach ING bald seinen Internetservice in den USA anbieten wolle, die Aktie beflügelt hätten.



Wien wegen Bank Austria im Höhenflug

Die Bank Austria hat der Wiener Börse ein neues Tages-Rekordvolumen beschert und auch zu einer seltenen - zumindest in der letzten Zeit - Performance verholfen. Nach der Bekanntgabe der Übernahme der BA durch die HypoVereinsbank stieg die BA-Aktie deutlich und schloss auf 60,30 (54,99). Gewinnmitnahmen hatten den Wert wieder gedrückt, das Tageshoch hatte bei 63,20 gelegen. Auch in anderen Werten - BA-Beteiligungen wie Wienerberger und Semperit - gab es gute Nachfrage und kräftige Zuwächse. Der 21 Werte umfassende ATX-Index schloss auf 1150,03 (1116,78) Punkten, nach einem Tageshoch von 1167,30 Punkten. Zwölf Aktien waren höher, sechs tiefer und drei unverändert.



Brüssel gut behauptet

In Brüssel hat der Bel-20-Index mit einem Plus von 0,22 % auf 3031,56 Punkten gut behauptet geschlossen. Händler sprachen von einem ruhigen und "dünnen" Geschäft. Viele Investoren hätten sich mit ihren Engagements zurückgehalten, hieß es. Von 22 gehandelten Aktien gingen elf mit Kursgewinnen und acht mit Verlusten aus dem Handel, ein Titel schloss unverändert. Gegen die allgemeine Markttendenz brachen Union Miniere um 3,5 % auf 38,80 Euro ein, was Händler auf Gewinnmitnahmen nach dem Kursanstieg in der vergangenen Woche zurückführten.



Börse Stockholm freundlich

Die Stockholmer Börse hat nach zunächst leichterer Eröffnung freundlich geschlossen. Der OMX-Index verbesserte sich um 0,54 % auf 1359,72 Zähler. Ausschlag gebend war nach Händlerangaben eine Trendumkehr bei Marktschwergewicht Ericcson, das zwei Schwedische Kronen höher auf 184,50 Schwedische Kronen schloss. Der finnische Rivale Nokia verbesserte sich um 4,50 Kronen auf 490,50 Kronen.

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