Schmerzensgeld gezahlt
Schauspieler Semmelrogge kommt um weitere Verurteilung herum

Ein Prozess gegen den Schauspieler Martin Semmelrogge wegen Beleidigung eines Flughafen-Angestellten ist von einem Berliner Amtsgericht eingestellt worden.

Reuters BERLIN. Semmelrogge hatte sich zuvor bei dem Mann entschuldigt und ein Schmerzensgeld in Höhe von 1 000 Euro gezahlt. Einen entsprechenden Scheck übergab der Schauspieler ("Das Boot", "Bang Boom Bang") am Freitag noch im Gerichtssaal.

"Es tut mit leid, überhaupt brauchen wir mehr Frieden unter den Völkern", sagte Semmelrogge zu dem Mann, den er als "Scheiß-Ausländer" beleidigt haben soll. Mit der vom Gericht angeregten Einigung ist dem 46-jährigen Schauspieler, dessen Strafregister bereits 26 Eintragungen unter anderem wegen Drogenbesitzes und zahlreicher Verkehrsdelikte enthält, eine erneute Verurteilung und der Widerruf einer noch laufenden Bewährungsstrafe erspart geblieben.

Zwischen Semmelrogge und dem 28-jährigen Deutsch-Israeli war es im November vergangenen Jahres auf dem Flughafen Berlin-Tegel zu einem Streit gekommen, weil der Hirtenhund des Schauspielers nicht mit in die Passagierkabine Richtung München durfte. Vor Gericht hatte Semmelrogge die von dem Zeugen wiederholten Vorwürfe zurückgewiesen: "Ich bin doch kein Rassist." Er sei in Eile gewesen und habe im Streit mehrfach "scheiß" gesagt, weil er sich über die Bestimmungen der Fluggesellschaft Deutsche BA geärgert habe.

Der Richter sagte am Ende in der dreistündigen Verhandlung, Semmelrogge sei ein "sensibler Darsteller, der sich nicht immer in der Hand hat". Auf Anregung des Gerichts nahm das 28-jährige Opfer seinen Strafantrag gegen Semmelrogge zurück. Als Bedingung war vereinbart worden, dass der Schauspieler das Geld sofort zahlt und zudem die Kosten des Verfahrens trägt. Zum Prozess war es gekommen, weil Semmelrogge gegen einen Strafbefehl in Höhe von 5 000 Euro Einspruch eingelegt hatte. Auf Grund mehrerer Verkehrsdelikte steht der Schauspieler noch bis 2006 unter Bewährung. Bei jeder weiteren Verurteilung droht ihm ein Widerruf. Dann müsste er die zuletzt verhängte Bewährungsstrafe von zwei Jahren verbüßen.

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