Schmerzensgeld
Langsame italienische Justiz treibt Witwe in den Ruin

Giancarla Gatti (60), Witwe, hat sich aus Protest gegen die Langsamkeit der italienischen Justizbehörden vor dem Gerichtsgebäude von Genua angekettet.

HB ROM. Sie fordere vom Staat Schmerzensgeld dafür, dass sie 26 Jahre lang auf eine Entschädigung für den Unfalltod ihres Mannes warten musste, berichteten italienische Zeitungen am Dienstag.

Nach einem neuen Gesetz müsste sie für den überlangen Prozess 16 000 Euro Schmerzensgeld erhalten, doch die Summe wird nicht überwiesen: Es stehe noch kein Geld bereit, teilte das Justizministerium mit. Die Witwe will jetzt sogar in den Hungersterik treten. "Mir ist es egal, ob ich sterbe", sagte sie. "Ich will nur Gerechtigkeit."

Die Frau ist mittellos: Für den Tod ihres Mannes hatte sie nach 26-jähriger Verzögerung rund 100 000 Euro erhalten. Das Geld hatte sie großteils für die Begleichung der Anwaltskosten ausgegeben. Da eine Versicherung aber gleichzeitig Regressforderungen gestellt hat, wurde das Haus der dreifachen Mutter gepfändet.

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