Schmid dementiert finanzielle Probleme
Mobilcom-Aktien brechen ein

Aussagen von Mobilcom-Chef Gerhard Schmid, die Finanzierung für den UMTS-Netzausbau sei gesichert, haben am Donnerstag einen Kursrutsch der Aktie um minus 18 % nicht verhindern können.

Reuters FRANKFURT. "Die Finanzierung ist durch ein Bankenkonsortium von Merrill Lynch, Deutsche Bank, Societe Generale und ABN Amro gesichert", sagte Schmid.

Trotz der Anmerkungen des Mobilcom-Chefs verzeichnete die am Neuen Markt gelistete Mobilcom-Aktie bereits am Mittwoch deutliche Verluste. Am Donnerstag setzte sich die Talfahrt der Aktie weiter fort. Bis 11 Uhr verlor das Papier mehr als 30 % auf 29,75 Euro, bei einem zwischenzeitlichen Jahrestief von 28,10 Euro. Zum Börsenschluss lag die Mobilcom-Aktie bei 34,10 Euro, ein Kursrückgang von immerhin rund 18 %.

Hier der aktuelle Kursverlauf

Ferner sagte Schmid, Mobilcom erwirtschafte im Mobilfunksektor Gewinne und im Festnetzgeschäft nur geringe Verluste.

Einen Medienbericht über finanzielle Probleme des Unternehmens, der nach Händleraussagen zu einem Kursrutsch geführt hatte, bezeichnete der Mobilcom-Chef als "absoluten Unsinn".

Nach Angaben von Schmid verfügt das Unternehmen über die volle Unterstützung der mit 28 % an Mobilcom beteiligten France Telecom zur Finanzierung der UMTS-Investitionen. "Wir hatten immer die Unterstützung von France Telecom, deswegen macht es keinen Sinn über Liquiditätsprobleme zu reden." Mobilcom hatte im August für mehr als 16 Mrd. DM eine Lizenz für den neuen Mobilfunkstandard UMTS ersteigert.

Bis zum Jahr 2007 rechnet die Telefongesellschaft nach früheren Angaben auf Grund der hohen Investitionskosten mit Verlusten. Im Oktober hatte sich Mobilcom zur Finanzierung des Lizenzerwerbs bereits Kreditlinien von rund 5,7 Mrd. Euro gesichert.

Mobilcom hatte nach Abschluss der Versteigerung der UMTS-Lizenzen eine Klage gegen das Verfahren der Lizenzvergabe eingereicht. Mit der Klage will das Unternehmen eine Rückerstattung seiner Lizenzgebühr von mehr als 16 Mrd. DM erreichen. Die Telefongesellschaft sieht in dem Auktionsverfahren einen rechtlich nicht gedeckten Akt und bemängelt zudem Verfahrensfehler.



Wechsel vom Neuen Markt in den M-Dax

Mobilcom-Chef Schmid sagte weiter, er habe den jüngsten Rückgang der Kurse am Neuen Marktes dazu genutzt, um seine Anteile an dem Büdelsdorfer Unternehmen aufzustocken. In den vergangenen Wochen habe er auf dem Markt Mobilcom-Aktien gekauft und seinen Anteil an der Telefongesellschaft auf mehr als 42 % von zuvor knapp 37 % erhöht.

Schmid dementierte ferner Gerüchte, sämtlich Töchter des Büdelsdorfer Konzerns würden derzeit Verluste erwirtschaften. Bei der Mobilcom-Internet-Tochter Freenet falle ein niedriger als von Analysten erwarteter Verlust an, sagte der Mobilcom-Chef ohne finanzielle Einzelheiten mitzuteilen. "Wir erzielen Gewinn in unserer Mobilfunksparte und wir machen einen kleinen Verlust im Festnetzgeschäft", merkte Schmid weiter an. Zahlen zu den beiden Sparten wollte der Konzernchef nicht nennen. In einem vorab veröffentlichten Interview mit der "Welt" sagte Schmid: "Die Schmerzgrenze ist fast erreicht. Inzwischen leiden wir unter einem erheblichen Abschlag, weil wir im Neuen Markt und nicht im M-Dax notiert sind." Die Banken und die Deutsche Börse müssten aufpassen, dass sie selbst den Neuen Markt nicht kaputtmachten, fügte er hinzu.

Schmid wandte sich der Vorabmeldung zufolge auch gegen neue Regularien für Neue-Markt-Unternehmen. "Das macht wenig Sinn", sagte er der Zeitung. Mit seinen Bilanzierungsnormen und Quartalsberichten etwa sei der Neue Markt schon viel strenger als andere Segmente. "Nicht das System ist schlecht, sondern die Art, wie einige Banken hier ihr Geld verdienen", sagte er dem Blatt.

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