Schmid droht mit Veröffentlichung des Kooperationsvertrages
Mobilcom hält an UMTS-Ausbauplänen fest

Gerhard Schmid, Vorstandsvorsitzender und Großaktionär der Büdelsdorfer Mobilcom AG, geht in die Offensive. Er erwägt, den Kooperationsvertrag mit dem zweitgrößten Aktionär, France Télécom, in Auszügen zu veröffentlichen.

lip/Reuters HAMBURG. "Wir wollen damit zeigen, dass France Télécom vertraglich zugesichert hat, die Investitionen in das UMTS-Netz einzuhalten und durchzuführen", erklärte Schmid dem Handelsblatt. Mit den Franzosen war bisher vereinbart worden, die Kooperationsverträge vertraulich zu behandeln.

Damit will Schmid vor allem die Aktionären seines Unternehmens beruhigen und zeigen, dass die Franzosen nicht aus ihren vertraglichen Verpflichtungen bei dem Mobilfunkunternehmen aussteigen können. Der Aktienkurs von Mobilcom ist gestern im Tagesverlauf um 2 % auf 13,67 Euro gesunken.

Mit diesem Vorstoß reagiert Gerhard Schmid auf Berichte, wonach die Finanzierungszusagen von France Telecom unverbindlicher seien als von Mobilcom bisher dargestellt. Der französischer Konzern, der 28,5 % an Mobilcom besitzt, hat die Lizenz für die neue Mobilfunkgeneration UMTS teilweise gezahlt und zugesagt, den Aufbau des UMTS-Netzes zu finanzieren.

Bekanntgabe der Bilanz verschoben

Unterdessen hat Mobilcom die Bekanntgabe der Bilanz für das Geschäftsjahr 2001 um zwei Wochen verschoben. Danach werden die Ergebnisse nicht wie geplant am 7 März, sondern erst am 21. März veröffentlicht, teilte das Unternehmen gestern mit. Der Grund für die Termin-Verschiebung sei "weiterer Abstimmungsbedarf" mit dem Großaktionär France Télécom, hieß es.

In den vergangenen Tagen sind die Streitigkeiten zwischen France Télécom und Mobilcom eskaliert. Der Grund: Die Unternehmen interpretieren das Kooperationsabkommen jeweils anders als die Gegenseite und haben daher unterschiedliche Vorstellungen über das Tempo und die Höhe der Investitionen beim Aufbau der UMTS-Netze. Der französische Konzern hatte dem Büdelsdorfer Mobilfunkanbieter mit einer Klage gedroht, falls Mobilcom weiterhin auf seinen ambitionierten und damit teuren UMTS-Ausbauplänen beharrt. Schmid wiederum hatte der France Télécom vorgeworfen, bei den Investitionen bremsen zu wollen, um die eigene Verschuldung von über 50 Mrd. Euro nicht weiter in die Höhe zu treiben.

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