Schmidt für gänzliche Abschaffung
Wehrpflicht bleibt umstritten

In der SPD mehren sich die Stimmen gegen die Wehrpflicht. Nach dem saarländischen Landesvorsitzenden Heiko Maas verlangt auch die stellvertretende SPD-Vorsitzende Renate Schmidt die vollständige Abschaffung dieses Zwangsdienstes für Männer.

ddp BERLIN. Dagegen wollen die Grünen zunächst eine Verkürzung des Wehrdienstes auf sechs Monate. Der Deutsche Bundeswehr-Verband befürchtet, dass die Bundesregierung sich "auf lauten Sohlen" von der Wehrpflicht verabschiedet. Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) hatte vorgeschlagen, den Grundwehrdienst von zehn auf neun Monate zu verkürzen.

Schmidt sagte der Tageszeitung "Die Welt", die Bundesregierung habe heute andere Aufgaben als bei ihrer Gründung. Die Wehrpflicht sei früher auch politisch wichtig gewesen. "Heute in unserer erwachsen gewordenen Demokratie wäre eine Freiwilligen-Armee keine Gefahr mehr."

Nach Ansicht der Grünen verstößt das Vorhaben, den Grundwehrdienst von zehn auf neun Monate zu verkürzen, gegen die Wehrgerechtigkeit. Dies geht laut "Welt" aus einem Forderungskatalog von Verteidigungspolitikern der Grünen-Bundestagsfraktion hervor. Die sechsmonatige Wehrpflicht sehen die Grünen als Übergangslösung bis zu einer generellen Abschaffung des Wehrdienstes.

Der Sprecher des Deutschen Bundeswehr-Verbandes, Jürgen Meinberg, sagte dem Radiosender FAZ 93.6 Berlin, Forderungen aus der SPD nach einer Abschaffung des Wehrdienstes seien ein "Witz". Es könne nicht sein, dass Scharping Änderungen beim Wehrdienst ins Kabinett einbringe und sich gleichzeitig Stimmen aus der eigenen Partei zur Abschaffung des Dienstes mehrten. Diesen "Zwiespalt" müsse Scharping beenden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%