Schmidt wünscht sich starken Abgang
HypoVereinsbank-Chef lässt die Muskeln spielen

In seinem letzten Jahr als HypoVereinsbank-Chef lässt Albrecht Schmidt die Muskeln spielen. Trotz eines Gewinneinbruchs im vergangenen Jahr und zum Teil harscher Aktionärskritik versprach er den Aktionären auf der Hauptversammlung des zweitgrößten deutschen Kreditinstituts: "Nichts kann uns jetzt davon abhalten, unsere Erfolge einzufahren."

dpa MÜNCHEN. Bei vielen Wettbewerbern sehe die Lage angesichts von Konjunkturflaute und Talfahrt an den Aktienmärkten anders aus. "Viele machen Verluste und mühen sich um ihr Überleben." Der 64-Jährige gibt auf der Hauptversammlung 2003 sein Amt ab. Der Nachfolger steht noch nicht fest, er soll aber aus dem Hause kommen.

Schmidt wünscht sich einen starken Abgang. Möglichst lange will er, anders als Rolf Breuer von der Deutschen Bank, die Zügel in der Hand behalten. Die Eigenkapitalrendite, die im vergangenen Jahr bei unbefriedigenden 6,5 Prozent lag, soll in diesem Jahr in Richtung neun Prozent steigen. Strategisch ist die Bank nach einigen turbulenten Jahren nach Einschätzung Schmidts mittlerweile gut aufgestellt: "Nach dem Innenausbau steht jetzt das Haus fertig da."

Einige Renovierungsarbeiten sind nach Ansicht der Aktionäre aber nötig. Besonders das Konzept "Bank der Regionen", mit dem die HypoVereinsbank sich von den Frankfurter Großbanken absetzen will, habe Lücken. Olgert Eichler von der Fondsgesellschaft Union Investment legte den Finger in die Wunde. Die Strategie der "Bank der Regionen" sei nicht überzeugend, schon, weil es in West- und Südeuropa große weiße Flecken gebe.

Schmidt hatte im vergangenen Jahr eine weitere Expansion in Richtung Frankreich, Italien oder Spanien in Aussicht gestellt. Doch wegen des schwachen Aktienkurses musste der Manager das Vorhaben Anfang des Jahres offiziell auf Eis legen. So musste er sich auf der Hauptversammlung mit der Einordnung begnügen, "Marktführer im Herzen Europas" zu sein. Vor allem in Österreich und Osteuropa ist die Bank gut aufgestellt. Fürs erste scheint es die HypoVereinsbank dabei belassen zu wollen. "Die Gewichtsklasse stimmt", sagte Schmidt.

Obwohl sich die HypoVereinsbank-Aktie in den vergangenen Jahren schwach entwickelt hat, äußerten die Anleger nicht nur Kritik. Immerhin schaffe Schmidt es, auch inmitten des Konzernumbaus und der Konjunkturflaute noch Geld zu verdienen, lobte ein Vertreter der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz. "Das verdient Hochachtung." Bei den Konkurrenten in Frankfurt sei die Bilanz deutlich schlechter ausgefallen.

Im vergangenen Jahr hatte allerdings auch die HypoVereinsbank ihre Gewinnziele deutlich verfehlt. Mit einem Volumen von 450 Milliarden Euro ist die HypoVereinsbank unter den europäischen Banken der größte Kreditgeber. Als Folge spürt sie die Konjunkturflaute besonders stark. Bei Pleiten wie der KirchGruppe, Fairchild Dornier, Herlitz und Holzmann war die HypoVereinsbank als Kreditgeber dabei. Zudem steht das Immobiliengebaren der früheren Hypo-Bank noch immer im Kreuzfeuer der Kritik.

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