„Schmierenkampagne und Hexenjagd“: Gewerkschaft warnt vor „schwarzen Listen“

„Schmierenkampagne und Hexenjagd“
Gewerkschaft warnt vor „schwarzen Listen“

Die Gewerkschaft der Filmschauspieler Amerikas (SAG) hat vor der Aufstellung "schwarzer Listen" mit den Namen von Schauspielern gewarnt, die sich offen gegen einen Irak-Krieg aussprechen. Es seien Empfehlungen bekannt geworden, solche Stars "dadurch zu bestrafen, dass sie ihr Recht auf Arbeit verlieren", heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung des SAG- Exekutivkomitees.

HB/dpa HOLLYWOOD. Die Gewerkschaft teilte nicht mit, wer nach ihren Erkenntnissen derartige "schwarze Listen" gefordert hat, wie sie aus der McCarthy-Ära bekannt sind. Man habe einen "Besorgnis erregenden Trend" ausgemacht, hieß es lediglich.

"Diese schockierende Entwicklung legt nahe, dass die Lehren der Geschichte bei einigen auf taube Ohren gestoßen sind", heißt es in der Erklärung. Selbst nur Überlegungen zu "schwarzen Listen" dürften "in dieser Nation nicht wieder toleriert werden". Zu den Hollywood- Schauspielern, die sich in den letzten Wochen an Protesten gegen einen Irak-Krieg beteiligt haben, gehören unter anderem Sean Penn, Susan Sarandon, Martin Sheen, Penelope Cruz, Edward Norton, Alec Baldwin und Mike Farrell.

Die Führung der SAG, die mehr als 90 000 amerikanische Schauspieler vertritt, erinnerte daran, dass die Filmindustrie Ende der 40er und Anfang der 50er Jahre heimliche Berufsverbote für angebliche Sympathisanten des Kommunismus zugelassen habe. Eine derartige "Schmierenkampagne und Hexenjagd" dürfe nicht wieder hingenommen werden. "Unsere Branche versteht vielleicht besser als andere die Notwendigkeit, jene Rechte zu verteidigen und zu ehren, für die Amerikaner gekämpft haben und gestorben sind", heißt es in der Erklärung weiter.

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