Schmiergelder in Höhe von mehreren Millionen
Haftverschonung im Kölner Korruptionsskandal

Der frühere SPD-Spitzenpolitiker Karl Wienand (75) hat knapp drei Monate nach seiner Festnahme im Zusammenhang mit der Kölner Korruptionsaffäre überraschend Haftverschonung erhalten.

HB/dpa KÖLN. Der Zweite Senat des Kölner Oberlandesgerichts (OLG) sehe allerdings weiter Fluchtgefahr und habe den Haftbefehl am Montag nur "unter Auflagen und Weisungen" außer Vollzug gesetzt, sagte ein Gerichtssprecher. Eine genaue Begründung des Zweiten Senats für die Haftverschonung (Az: 2 Ws 409/02) liege ihm noch nicht vor.

Wienand soll in den 90er Jahren beim Bau der umstrittenen Kölner Müllverbrennungsanlage Schmiergelder in Höhe von mehreren Millionen Euro angenommen haben. Erst Mitte Juli hatte das Kölner Landgericht eine Haftbeschwerde Wienands verworfen, da er über ein erhebliches Fluchtkapital und umfangreiche Kontakte ins Ausland verfüge. Gegen den früheren Bundespolitiker war am 10. Juni Haftbefehl ergangen.

Der Haftbefehl gegen Wienand bleibe in jedem Fall bestehen, sagte der Sprecher. Die Schlüsselfigur in der Korruptionsaffäre, der seit dem 13. Juni in Untersuchungshaft sitzt, muss bei der Kölner Staatsanwaltschaft Reisepass und Personalausweis hinterlegen. Außerdem hat er sich der Entscheidung zufolge drei Mal pro Woche bei der für seinen Wohnsitz zuständigen Polizeidienststelle zu melden. Wienand wird - ebenso wie dem Müllunternehmer Hellmut Trienekens und dem Kölner Ex-Fraktionschef Norbert Rüther (SPD) als weiteren Schlüsselfiguren - Beihilfe zu Bestechlichkeit und Bestechung sowie Steuerhinterziehung vorgeworfen.

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