Schmiergeldvorwürfe gegen Präsident Estrada als Grund genannt
Philippinische Vize-Präsidentin zurückgetreten

dpa MANILA. Nach Schmiergeld-Vorwürfen gegen den philippinischen Präsidenten Joseph Estrada hat Vizepräsidentin Gloria Macapagal Arroyo ihren Kabinettsposten zur Verfügung gestellt. "Ich bedauere, dass ich dem gegenwärtigen Kabinett nicht länger dienen kann", ließ Arroyo am Donnerstag in Manila mitteilten. Estrada, seine Familie sowie mehrere Behördenvertreter sollen von den Betreibern einer populären, aber illegalen Lotterie in den vergangenen zwei Jahren umgerechnet knapp 20 Mill. DM eingestrichen haben.

Die Anschuldigungen gegen Estrada seien zu schwerwiegend, als dass sie noch der Regierung angehören könne, heißt es in der Mitteilung der Vizepräsidentin. Gemeinsam mit Arroyo legten auch ein Senator und ein Kongressmitglied ihre Ämter nieder. Am Mittwoch hatte der Führer der römisch-katholischen Kirche auf den Philippinen, Erzbischof Jaime Kardinal Sin, Estrada zum Rücktritt aufgefordert.

Der Gouverneur der nördlichen Provinz Ilocos Sur, Luis Singson, hatte zuvor dem philippinischen Senat während einer Anhörung eine eidesstattliche Erklärung sowie eine Liste über die Summen vorgelegt, die an Estrada geflossen sein sollen. Der Präsident wies die Vorwürfe zurück und sprach von einem politisch motivierten Schachzug.

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