Schmitt und Hannawald reisen später an
Deutsche Adler wollen Titel

Sven Hannawald möchte als erster Skiflieger den WM-Titel verteidigen. Martin Schmitt will erstmals Flug-Weltmeister werden.

dpa ERFURT. Adam Malysz aus Polen hofft auf den ersten großen Sieg der Saison. Aber auch der Schweizer Überraschungs-Doppel-Olympiasieger Simon Ammann will bei seinem ersten Skifliegen gleich ganz vorn mitmischen. Mit der 17. Skiflug-Weltmeisterschaft steht vom Donnerstag bis Sonntag im tschechischen Harrachov der letzte Saison- Höhepunkt für die "Herren der Lüfte" auf dem Programm. Wer sich die Krone des "Skiflug-Königs" aufsetzen kann, entscheidet sich in den vier Flügen am Samstag und Sonntag auf dem Riesenbakken am Teufelsberg.

Bundestrainer Reinhard Heß hat Sven Hannawald (Hinterzarten), der als Titelverteidiger den zusätzlichen fünften Startplatz beanspruchen darf, Martin Schmitt (Furtwangen), Michael Uhrmann (Rastbüchl) und Christof Duffner (Schönwald) fest nominiert. Den fünften Starter ermitteln am Donnerstag im Training Georg Späth (Oberstdorf), Alexander Herr (Schonach-Rohrhardsberg) und Jörg Ritzerfeld (Oberhof). Im Training sollen sich auch Uhrmann und Duffner auf der 1980 eingeweihten und inzwischen mehrfach umgebauten Schanze einfliegen. Weltmeister Hannawald kehrte erst am Dienstagabend vom Training aus Lillehammer zurück.

Gemeinsam mit Martin Schmitt und Heimtrainer Wolfgang Steiert war für Donnerstag der Flug von Zürich nach Prag angesagt. Das erste Training lassen die beiden deutschen "Überflieger" aus. "Nach dem Weltcupsieg in Lahti bin ich heiß aufs Fliegen", freute sich Schmitt, der die letzten beiden Weltcup- Skifliegen sowie im Vorjahr auch den Skiflug-Weltcup gewonnen hat. Sven Hannwald dominierte im Winter 2000 das Fliegen mit dem WM-Sieg in Vikersund und dem Erfolg beim Saison-Finale in Planica.

Beim Training in Lillehammer hat der Olympiazweite von der Normalschanze nach überstandener Knochenhaut-Entzündung im Schienbein bei "guten bis sehr guten Verhältnissen" (Trainer Steiert) fast 25 Sprünge machen können. "Der Aufenthalt hat Sven gut getan. Wir konnten in Ruhe ganz allein trainieren. Sven will wieder angreifen. Wir rechnen uns bei der WM schon etwas aus. Seit 1998 haben Sven und Martin ja auch immer den Skiflug-Weltcup gewonnen", sagte Steiert. Der Co-Bundestrainer war übrigens 1983, als zum ersten Male in Harrachov ein Skiflug-Weltmeister ermittelt wurde, als 17. Bester der bundesdeutschen Starter.

Neben den 25 000 Euro Siegprämie und dem WM-Titel geht es am Teufelsberg auch um einen 120 Zentimeter hohen Kristallpokal, der zum dritten Male von einer örtlichen Glasmanufaktur hergestellt wurde. Den ersten hat der Klingenthaler Klaus Ostwald als Weltmeister von 1983 gewonnen, den zweiten 1992 der Japaner Noriaki Kasai.

Für die drei Wettkampftage - RTL überträgt vom Freitag bis Sonntag jeweils 10.00 Uhr live - rechnen die tschechischen Organisatoren mit riesigem Publikums-Ansturm. Allein aus dem nahem Polen wollen 40 000 Besucher kommen, aus Deutschland werden 30 000 erwartet. "Da an der Schanze aber nur Platz für 55 000 Zuschauer ist, werden wohl einige keine Karten mehr erhalten. Für sie haben wir eine große Videowand aufgebaut", erklärte Pressechefin Lenka Vratna.

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