Schmuggel aus Wiederaufbereitungsanlage
Viereinhalb Jahre Haft für Plutoniumschmuggler

Wegen des Schmuggels von plutoniumhaltigem Material aus der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe ist ein 47-jähriger Mann zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Reuters KARLSRUHE. Das Landgericht Karlsruhe sah es am Dienstag als erwiesen an, dass der Mann an zwei Tagen im Oktober 2000 radioaktiv verseuchte Wischtücher und ein Röhrchen mit plutoniumhaltiger Flüssigkeit an den Sicherheitsschleusen vorbei aus dem Hochsicherheitsbereich der Anlage herausgebracht hatte. Weil der Schlosser seine ehemalige Lebensgefährtin und deren Tochter mit dem Material in Berührung gebracht habe, sei er der gefährlichen Körperverletzung in zwei Fällen schuldig. Zudem sei er unerlaubt mit radioaktivem Material umgegangen.

Das Gericht ging mit seinem Urteil über das von der Staatsanwaltschaft beantragte Strafmaß hinaus. Die Anklage hatte vier Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung hatte für eine Bewährungsstrafe plädiert und erklärt, der Angeklagte habe mit dem Herausschleusen von radioaktivem Material auf die Sicherheitslücken der Anlage hinweisen wollen.

Als Konsequenz aus der Sicherheitspanne hatte die Wiederaufarbeitungsanlage für 25 Millionen Euro nachgerüstet werden müssen. Die Wohnungen des Angeklagten und seiner ehemaligen Lebensgefährtin sowie ihre beiden Autos mussten dekontaminiert werden. Ihre Habseligkeiten wurden als Sondermüll entsorgt.

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