Schnäppchenjäger unterwegs
Kräftiger Kursanstieg an deutschen Börsen

Mit den deutschen Aktienkursen ging es beim Start in die neue Woche kräftig aufwärts. Der Deutsche Aktienindex (Dax) legte um mehr als 6 % zu. Händler sprachen dabei meist von einer „technischen Erholung“. Der Beginn eines nachhaltigen Kursaufschwungs wird hierin noch nicht gesehen.

HB FRANKFURT/M. An den deutschen Aktienbörsen folgte dem massiven Kurssturz der vergangenen Woche beim Start in die letzte Septemberwoche eine kräftige Kurserholung. Der Deutsche Aktienindex (Dax) stieg bis Handelsschluss um knapp 7 % auf rund 4039 Zähler. Die Kursbefestigung wurde am Nachmittag durch die positiven Vorgaben der Wall Street verstärkt.

Im Aktienhandel war die Rede davon, dass Schnäppchenjäger das an den Vortagen übermäßig stark gedrückte Kursniveau zu ersten Rückkäufen genutzt hätten. Beobachter verwiesen auch darauf, dass die Börse nach dem krisenbedingten "Ausverkauf" der jüngsten Zeit für eine technische Gegenbewegung einfach reif gewesen sei. "Mit Angst aufwärts", hieß es auf dem Parkett der Frankfurter Börse am Montag. Dass sich die Aufwärtsbewegung der Kurse im Tagesverlauf verstärkte, war nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen, dass Baisse-Spekulanten auf dem falschen Fuß erwischt wurden und zur Eindeckung von Short-Positionen (Spekulation auf fallende Kurse) gezwungen waren.

An der Börse verstärkten sich Hoffnungen, dass der Vergeltungsschlag der USA und der Nato-Alliierten möglicherweise doch durchdachter ablaufen dürfte als bisher angenommen und sich ganz gezielt gegen das Netzwerk der Terroristen und nicht gegen einzelne Länder richten werde. Aus den Gesprächen am Rande des Parketts war indes eine anhaltende Nervosität heraus zu hören. Mit Aufmerksamkeit wurde zur Kenntnis genommen, dass Abby Joseph Cohen den Klienten des Finanzhauses Goldman Sachs empfahl, die Aktien-Gewichtung von 70 auf 75 % zu erhöhen und den Bond- Anteil von 27 % auf 22 % zu senken. Die restlichen 3 % sollten Anleger in Rohstoffen halten, so Cohen, die als eine der einflussreichsten Wall Street-Größen gilt.

Entscheidende Impulse erhielt der deutsche Aktienmarkt auch von der freundlichen Eröffnungs-Tendenz an der Wall Street. Der Dow lag nach einer Stunde bereits um rund 3 % höher. Positiv wurde darüber hinaus der starke Rutsch des Ölpreises interpretiert. Hierzulande wiesen vor allem die an den Vortagen massiv unter Druck geratenen Aktien der Deutsche Lufthansa AG sowie der T-Online AG kräftige Kurserholungen auf. Auch die Assekuranz-Titel konnten sich wieder kräftig erholen. Stark gefragt waren darüber hinaus auch Deutsche Bank , die ein Plus von zeitweise mehr als 8 % aufwiesen. Das Institut hatte den Kauf des US-Vermögensverwalters Scudder vom eidgenössischen Finanzkonzern Zurich Financial Services bestätigt.

Kurssteigerungen zwischen 5 % und 11 % wiesen darüber hinaus BASF , Degussa , MAN und Preussag auf. Um fast 12 % sprangen die Aktien von BMW . Eine stark unterschiedliche Entwicklung war bei den Aktien der Technologiebranche festzustellen. Während Epcos (plus 7,1 %) überdurchschnittlich zulegten, war die Infineon -Aktie (minus 3,9 %) die einzige Dax-Aktie, die einen Verlust aufwies. Der Markt begründete dies mit weiter fallenden Preisen für Speicherchips. Siemens gewannen 5,7 %.

Aufwärts ging es mit den Kursen auch an den Regionalbörsen. In Düsseldorf zogen Germania Epe um 25 % an. Herlitz zählten mit einem Plus von über 20 % in Hamburg zu den großen Gewinnern. In München schossen Suess Microtec in die Höhe. Am Markt in Stuttgart sprangen Computerlinks um 20 %. Mit einem kräftigen Kursgewinn ragten WOM in Berlin heraus. In Bremen legten BKN International stark zu. Zu den großen Gewinnern in Hannover zählten Orbis.

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