Schnapszahl treibt Heiratswillige an
Hochbetrieb auf Standesämtern

In fast ganz Deutschland hat die Schnapszahl 3.3.03 für Hochbetrieb auf den Standesämtern gesorgt. Allein in München gaben sich 33 Paare das Jawort, in Berlin waren es Dutzende und damit doppelt so viel wie sonst. In Nürnberg heirateten 13 Paare, und in Kiel steuerten zwölf Männer und Frauen den sicheren Hafen der Ehe an - sechs Mal so viel wie üblich an einem Montag.

HB/dpa MÜNCHEN/BERLIN/HAMBURG. Im Berliner Stadtteil Tempelhof-Schöneberg traute eine Standesbeamtin 13 Paare im 20-Minuten-Takt. In Charlottenburg- Wilmersdorf gab es 24 Eheschließungen plus eine Schwulenhochzeit; zehn Trauungen sind hier der Durchschnitt. "Den schönsten Tag des Jahres wollen alle Verliebten an einem symbolischen Datum feiern", sagte Sylvia Brenke, Leiterin des Standesamtes Charlottenburg-Wilmersdorf. Zudem sei die Gefahr, den Hochzeitstag zu vergessen, bei dieser Schnapszahl natürlich gering.

In Thüringen haben sich mehr als ein Dutzend Hochzeitspaare den Rosenmontag als "schönsten Tag" in ihrem Leben ausgesucht. Auch in vielen anderen Regionen Deutschlands war eine Menge los. Zahlreiche Beamten legten Sonderschichten ein und vermählten die Paare - oft fernab der Rathäuser, die fest in Narrenhand waren. In Münster wichen die elf Hochzeitsgesellschaften in ein Freilichtmuseum aus.

Närrisch ging es am Münchner Standesamt allerdings keineswegs zu - trotz Rosenmontag. "Ich habe keine verkleideten Paare gesehen", sagte der Leiter der Behörde Klaus Holub. Und das war den Mitarbeitern des Amtes auch ganz recht so. "Es handelt sich schließlich um eine sehr ernste Angelegenheit und nicht um eine Gaudiveranstaltung."

Auch in Nürnberg hielten Hochzeitspaare die Beamten auf Trab: Mit 13 heiratswilligen Paaren war das Amt vollends ausgebucht. Passend zum Tag wurden Rosen an die Gäste verteilt. In Augsburg heirateten acht Paare. Das sei überdurchschnittlich viel, hieß es dort.

Auf den Standesämtern der Hamburger Bezirksämter haben die Beamten am "magischen" Datum unterschiedlich viel zu tun gehabt. Im beschaulichen Bergedorf gaben sich neun Paare die Klinke in die Hand. Normalerweise finden hier montags keine Trauungen statt. In Mecklenburg-Vorpommern blieb ein Ansturm der Heiratswilligen aus. Beim Kieler Standesamt dagegen hat sich die Zahl der Hochzeiten im Vergleich zu einem normalen Montag versechsfacht. Zwölf Hochzeiten waren angemeldet.

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