Schneider: "Das Jahr ist endgültig abgehakt"
Bayer-Gewinn eingebrochen

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat im vierten Quartal 2001 beim operativen Ergebnis wegen der Konjunkturschwäche und Einbrüchen im Pharmageschäft deutlich weniger verdient als im Vorjahr, lag aber am oberen Rand der Analystenerwartungen.

Reuters LEVERKUSEN. Zugleich bekräftigte Bayer am Mittwoch in Leverkusen frühere Prognosen, den Konzerngewinn 2002 wieder kräftig zu steigern. Für das Schlussquartal errechnet sich aus den Gesamtjahreszahlen ein operatives Ergebnis aus dem fortgeführten Geschäft von 298 Mill. Euro, was sich damit zum Vorjahreswert von 686 Mill. Euro mehr als halbiert hat. Analysten hatten mit einem Ergebnis zwischen 449 Mill. Euro und einem Verlust von 283 Mill. Euro gerechnet. Beim Quartalsumsatz aus dem fortgeführten Geschäft verzeichnete Bayer einen Rückgang auf 6,452 Mrd. Euro nach 8,185 Mrd. Euro ein Jahr zuvor.

Unter dem Strich errechnet sich für das vierte Quartal ein Konzerngewinn von 142 Mill. Euro nach 249 Mill. Euro im Jahr zuvor, wobei im dritten Quartal allerdings noch ein Verlust geschrieben wurde. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Fehlbetrag gerechnet.

"Das Jahr 2001 ist endgültig abgehakt", sagte Bayer-Chef Manfred Schneider. Auch wenn der Start in das laufende Jahr nicht ganz den Erwartungen entspreche, sei Bayer zuversichtlich. Der Januar war enttäuschend, der Februar sei besser verlaufen und in den ersten März-Tagen helle sich die Stimmung auf. Ob das allerdings schon die Wende sei, bleibe abzuwarten. "In Summe erhoffe wir uns eine deutliche Verbesserung des Konzerngewinns im Jahr 2002", sagte Schneider und verwies auch auf die zum Verkauf stehenden Bayer-Unternehmen. Das Interesse an der Duftstofftochter Haarmann & Reimer sei sehr groß.

Bayer erwartet nach eigenen Angaben verbindliche Angebote bis zum Mai und einen Vertragsabschluss noch im Laufe des Sommers. Nach früheren Angaben möchte Bayer beim Verkauf mehr als 1,5 Mrd. Euro erlösen. Als Interessenten gelten der Chemiekonzern Degussa, die schweizerische Givaudan sowie der US-Konzern International Flavors and Fragrances.

2001 ging der Konzerngewinn unter anderem auch wegen der Rücknahme des Cholesterinsenkers Lipobay im Vergleich zum Vorjahr fast um die Hälfte auf 965 Mill. Euro zurück. Bayer hatte zuletzt einen Gewinn in Höhe des Neunmonatsergebnisses von 823 Mill. Euro in Aussicht gestellt. Die Schätzungen der Analysten lagen im Schnitt bei 748,67 Mill. Euro.

Das operative Ergebnis aus dem fortgeführten Geschäft vor Sonderposten bezifferte der Konzern mit 1,855 Mrd. Euro nach 3,209 Mrd. Euro im Jahr zuvor. Es lag damit über den Schätzungen der Branchenkenner, die im Schnitt mit 1,660 Mrd. Euro gerechnet hatten.

Bayer setzte 2001 aus dem fortgeführten Geschäft 28,938 Mrd. Euro um nach 28,615 Mrd. Euro im Jahr davor.

Die Bayer-Aktie gehörte im Handelsverlauf zu den Gewinnern im Dax und lag am Morgen mit knapp 1,5 % im Plus bei 39,62 Euro.

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