Schneider-Legrand-Fusion
Brüssel blockiert französische Elektro-Ehe

Die EU-Kommission hat die Fusion der französischen Unternehmen Schneider Electric und Legrand wegen drohender Marktbeherrschung in Frankreich und sechs anderen EU-Ländern blockiert.

dpa BRÜSSEL. Damit kann der neue, weltweit führende Elektroausrüstungs- Konzern auf dem Gebiet der Schalter und Stecker nicht installiert werden, teilte EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti nach neunmonatiger Wettbewerbsprüfung mit.

Die EU-Kommission setzte sich mit dem 16. Veto nach Beginn der EU- Fusionskontrolle 1990 gegen hartnäckige Lobbyarbeit aus Paris hinweg, in die dem Vernehmen nach auch Staatspräsident Jacques Chirac eingeschaltet war. "Die Zugeständnisse der Unternehmen reichten nicht aus", sagte Monti. Er wies darauf hin, die Kommission habe bereits 1800 Firmenzusammenschlüsse genehmigt - Verbote machten nur einen kleinen Anteil aus.

Schneider und Legrand stehen nun vor großen Schwierigkeiten, da Schneider bereits 98 % der Aktien von Legrand übernommen hat. Diese müssen nun wieder abgegeben werden. Die Börsenkurse der Schneider- und Legrand-Papiere waren bereits Ende September in Paris kräftig in den Keller gegangen. Den Konkurrenten General Electric (USA) und Siemens war in der französischen Öffentlichkeit unterstellt worden, in Brüssel gegen die Fusion argumentiert zu haben. Siemens hatte den Vorwurf zurückgewiesen.

Die Kommission befürchtete bei dem Zusammenschluss eine übermächtige Stellung auf dem Gebiet der Niederspannungstechnik. Dabei geht es um die Verteilung von Strom und die Kontrolle von elektrischen Leitungen in Häusern und Fabriken. Bei Steckern, Schaltern und Befestigungsmaterial drohten Marktanteile von bis zu 90 %. Eine übermächtige Stellung wurde besonders auf dem französischen Heimatmarkt befürchtet.

Außer Frankreich gab es Wettbewerbsprobleme in Dänemark, Spanien, Griechenland, Italien, Portugal und Großbritannien. Schneider machte zwei Mal Zugeständnisse, die der EU-Kommission nicht ausreichten. Ein neuer Schneider/Legrand-Konzern wäre auf einen Jahresumsatz von rund 12,4 Mrd. Euro (24,3 Mrd. DM) und 90 000 Beschäftigte gekommen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%