Schnelle Erholung unwahrscheinlich
Händler: Verkaufswelle bei Aktien grenzt an Hysterie

Europaweit gingen die Börsen nach dem "schwarzen Montag" in den USA in die Knie. Sowohl in London als auch in Paris verloren die Indizes rund ein Prozent. Für den Dax befürchten Charttechniker nun weiter fallende Kurse, wenn die 6000er Marke nicht gehalten werden kann. Andere Börsianer sehen aufgrund des niedrigen Kursniveaus wieder günstige Einstiegschancen - zumindest für langfristige Anleger.

vwd/rtr/jr FRANKFURT. In Deutschland beurteilten Händler die Situation und die weitere Entwicklung an den Märkten unterschiedlich. Während einige die jüngsten Kursverluste erst als Beginn einer weiteren Talfahrt ansahen, ist für andere allmählich der Boden an den Börsen erreicht. "Jetzt ist schon der breite Markt betroffen, und nicht mehr nur die "Techs", sagte Aktienhändler Oliver Hauer von MM. Warburg. Die Verkaufswelle sei schon "sehr, sehr übertrieben" und grenze an eine Hysterie.

Genährt würde die schlechte Stimmung von den anhaltenden Unsicherheiten über die künftige Entwicklung der Unternehmensergebnisse. Nach Einschätzung von Carsten Hilck, Fondsmanmager bei Union Investment, sollten langfristig orientierte Investoren jetzt über einen Einstieg nachdenken. Mit einer schnellen Erholung sei zwar nicht zu rechnen, sagte Hilck. "In der dunkelsten Stunde lohnt es sich zu kaufen", fügte er jedoch hinzu.

Eine wichtige Unterstützung beim Dax 30 liege nun bei 5 800 Punkten, meinen charttechnische orientierte Analysten. Einige Beobachter gehen weiter und meinen, bis es zu einer Trendwende kommen könne, müsse es erst noch mal rund zehn Prozent nach unten gehen. Erst bei 5 400 Punkten sei eine Wende möglich.

Nachdem die Weltleitbörse in New York zum Wochenauftakt ihren fünftgrößten Tagesverlust in der Geschichte verbucht hatte, fiel die auch Börse in Tokio auf den niedrigsten Stand seit Januar 1985

Tokioter Börse schließt auf Rekordtief

An allen großen europäischen Aktienmärkte präsentierten sich die Kurse schwächer und bewegten sich weiter auf ihren niedrigsten Niveaus seit 16 Monaten. Die beiden Indizes für große europäische Aktienwerte, der Stoxx-50 für die Werte aus der EU und der Schweiz, und der Euro-Stoxx-50 für die Werte aus der Euro-Zone, gaben je rund 1,4 Prozent nach. Der Londoner FTSE-Index büßte 1,2 nbsp;%, der CAC-40-Index in Paris 1,3 %, der Ibex in Madrid knapp 0,5 % und der Mailänder MIB30 ein Prozent ein. Neben den Telekommunikations- und Technologiewerten waren auch andere Branchen wie die Schwerindustrie, Autoaktien oder Baukonzerne betroffen.

Europäische Börsen setzen Abwärtstrend fort

Angeführt von der schwachen Tokioter Börse aufgrund des gestrigen Ausverkaufs in New York, präsentierten sich auch die asiatischen Märkte in Ausverkaufsstimmung. Der japanische Nikkei-225-Index - der im Zuge der internationalen Schwäche und der innenpolitischen Krise bereits seit Tagen auf seinem niedrigsten Niveau seit 16 Jahren rangiert - sank um fast drei Prozent auf 11 798,86 Punkte ab und damit auf den niedrigsten Stand seit dem 28. Januar 1985. Auch in Singapur, Indien, Hongkong, Sydney und Korea büßten die Aktienmärkte zwischen zwei und drei Prozent ein.



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