Schneller als der alte F2001
Ferrari-Debüt steigert Schumis Optimismus

Die heiß ersehnte Rennpremiere des neuen Ferrari steigert Michael Schumachers Zuversicht für den Großen Preis von Brasilien.

"Der F2002 ist nun mal schneller als unser F2001", teilte der viermalige Formel-1-Weltmeister aus Kerpen am Montag mit. "Ich war schon vorher optimistisch, dass wir in Brasilien um den Sieg mitfahren könnten, nun bin ich sogar noch etwas optimistischer." Als er von der Entscheidung des Teams gehört habe, den neuen Roten Renner am Sonntag beim dritten Saisonlauf einzusetzen, habe er sich "natürlich gefreut".

Nach dem souveränen Doppelerfolg der beiden Williams-BMW - Konkurrenten Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya in Malaysia steht der WM-Spitzenreiter mächtig unter Druck. Vor Sao Paulo hat Michael Schumacher (14 Punkte) nur 2 Zähler Vorsprung vor dem Kolumbianer (12) und 4 vor seinem Bruder (10). Zudem gilt die 4,309 km lange, Mensch und Material extrem belastende Buckelpiste, auf der gegen den Uhrzeigersinn gefahren wird, als Williams-BMW-Strecke. Nur ein unverschuldeter Unfall mit Nachzügler Jos Verstappen verhinderte im Vorjahr Montoyas Sieg.

Italienische Medien sind sich deshalb sicher, dass der um seine Vormachtstellung fürchtende "Schumi I" massiven Druck auf sein Team ausgeübt habe, endlich den sieben bis acht Zehntelsekunden pro Runde schnelleren F2002 fahren zu können. "Der Weltmeister hat darauf bestanden", titelte das Fachblatt "La Gazzetta dello Sport". Weil Williams-BMW so starke Fortschritte gemacht habe, habe der 33 Jahre alte Rheinländer Rennleiter Jean Todt und dessen Stab überzeugt, in Sao Paulo auf das neue Auto zu setzen. Michael Schumacher rechnet wie im Vorjahr in Brasilien und bei den bisherigen beiden Saisonrennen mit den Weiß-Blauen als härtesten Widersachern. "Ich gehe davon aus, dass Williams wieder stark und über die gesamte Saison betrachtet auch unser Hauptgegner sein wird", schrieb er auf seiner Homepage.

Vor dem ganzen Rummel um die Rennpremiere des viel versprechenden "Roten, Jahrgang 02" und dem Abflug nach Sao Paulo am Dienstag genoss der Familienmensch ein schönes, gemütliches Wochenende im heimischen Vufflens am Genfer See. Herumtoben mit den Kindern Gina Maria und Mick, Spaziergänge mit seiner Frau Corinna und Fußball spielen mit der 2. Mannschaft des FC Echichens standen auf dem Freizeitprogramm.

Die Entscheidung, nur mit einem neuen Ferrari für ihn und dem erprobten und modifizierten Vorjahresmodell für Rubens Barrichello anzutreten, teilt Schumacher voll und ganz. "Natürlich kann es nie eine hundertprozentige Sicherheit geben, zumal wir mit dem neuen Auto nie unter vergleichbaren Bedingungen wie in Brasilien fahren konnten. Aber all unsere Tests haben gezeigt, dass der F2002 standfest ist", sagte der 54-malige Grand-Prix-Sieger: "Dennoch ist es klug, das alte Auto weiterhin an Bord zu haben." Schließlich siegte Schumacher im Gebrauchtwagen beim Saisonauftakt in Australien und holte in Sepang trotz eines Startunfalls noch den dritten Platz. "Das zeigt, dass der F2001 absolut konkurrenzfähig ist." Es sei auf so anspruchsvollen Strecken wie dem Autodromo Jose Carlos Pace "ein nicht zu unterschätzender Punkt, dass wir das alte Auto so durch und durch kennen. Schließlich ist in dieser Phase der Saison jeder Punkt wichtig. Denn die Weltmeisterschaft wird definitiv nicht nach den ersten drei Rennen entschieden sein", meinte er.

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