Schneller Arztwechsel ist kein Betrug
Häufung von Attesten rechtfertigt keine Kündigung

Eine "merkwürdige Häufung" von Attesten in kurzer Zeit rechtfertigt noch keine Kündigung wegen Vortäuschung einer Krankheit. Das hat das Arbeitsgericht Frankfurt in einem Urteil festgestellt.

dpa FRANKFURT/M. Die Richter gaben damit der Klage eines Gartenbauhelfers gegen ein Gärtnereiunternehmen statt und erklärten die fristlose Kündigung für gegenstandslos (Az: 9 Ca 5281/02).

Im Zeitraum von wenigen Wochen hatte der Arbeitnehmer vier unterschiedliche Krankheitsatteste von vier verschiedenen Ärzten vorgelegt. Die Firma vertrat daraufhin die Ansicht, dies könne "nicht mit rechten Dingen vorgehen" und nahm die "merkwürdige Häufung" der Atteste zum Anlass für eine fristlose Kündigung wegen Betrugs.

Auch die Gerichtsvorsitzende sprach von einem "ungewöhnlichen Vorgehen" des Arbeitnehmers, das allerdings noch nicht für eine fristlose Kündigung ausreiche. So habe der Gartenbauhelfer die Art seiner Krankheiten sowie eine plausible Erklärung dafür abgegeben, warum er sich innerhalb von kurzer Zeit bei vier Ärzten in Behandlung begeben habe. Dem Unternehmen sei es schließlich auch nicht gelungen, die Beweiskraft auch nur eines einzigen der Atteste in Zweifel zu ziehen.

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