„Schnellster PC der Welt“:
Apple steigt in 64-Bit-Ära ein

Apple hat mit einer neuen Familie von Macintosh-Rechnern das 64-Bit-Zeitalter für Personal Computer eingeläutet. Apple-Chef Steve Jobs präsentierte am Montag (Ortszeit) in San Francisco drei Modelle der "Power Mac"-Familie, die mit dem 64-Bit-Prozessor PowerPC G5 von IBM arbeiten.

dpa SAN FRANCISCO. "Wir präsentieren heute den schnellsten Personal Computer der Welt", sagte der Apple-CEO zum Auftakt der Apple-Entwicklerkonferenz WWDC. Mit dem schnellen Umstieg auf 64 Bit will Apple der übermächtigen Allianz von Microsoft und Intel Paroli bieten, die erst 2005 Personal Computer mit der neuen 64-Bit-Architektur vorstellen wollen.

Mit den neuen Hochleistungs-PCs will Apple wieder an Marktanteil zulegen, der in den vergangenen Jahren stetig gesunken war. In den USA machen die Macintosh-Rechner derzeit nur noch 3,4 Prozent des PC-Marktes aus. Mitte der 90er Jahre war der Anteil noch doppelt so hoch. Dabei waren die Verluste der Power-Mac-Familie besonders hoch, während die Apple-Notebooks ("Powerbook") und die Einsteigercomputer ("iMac") sich besser behaupteten.

Bislang stecken in den Apple-Rechnern 32-Bit-Chips von Motorola und IBM ("G4" und "G3"). 64-Bit-Computer, die bislang vor allem als Server eingesetzt werden, sind wesentlich schneller als 32-Bit-Systeme, da 4,3 Milliarden Mal mehr Hauptspeicher angesprochen werden kann und viel mehr Arbeitsschritte innerhalb eines Chips gleichzeitig abgewickelt werden können. Das macht sich etwa bei rechenintensiven Datenbank-Anwendungen oder Grafik-Programmen deutlich bemerkbar. Apple wird allerdings die neuen "PowerMacs G5" vorerst nur mit dem 32-Bit-Betriebssystem Mac OS X "Jaguar" ausliefern.

Die zur vollen Ausnutzung der 64-Bit-Hardware notwendige Software Mac OS X "Panther" wurde zwar ebenfalls in San Francisco präsentiert. Sie soll nach den Worten von Jobs jedoch erst innerhalb der kommenden sechs Monate auf den Markt kommen. Microsoft wollte sein 64-Bit-System mit dem Codenamen "Longhorn" ursprünglich 2004 vorstellen, hat den Marktstart aber auf 2005 verschoben.

Die neue Apple-Systemarchitektur, die zur Zeit Taktfrequenzen bis zu zwei Gigahertz erreicht, wird Apple nach Ansicht von Experten in die Lage versetzen, die derzeit klaffende Geschwindigkeitslücke zu aktuellen Spitzen-PCs mit Chips von Intel oder AMD zu schließen. "IBM bietet das beste Chip-Design und Manufaktur-Expertise der Welt", lobte Jobs seinen Partner. "Und dies ist erst der Beginn einer langen und produktiven Beziehung." Der weltgrößte Computerkonzern hatte zuvor drei Milliarden Dollar in eine neue Chip-Fabrik im US-Bundesstaat New York investiert.

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