Schnelltests negativ
Vorerst Entwarnung für Maul- und Klauenseuche in Hessen

Für die neuen Verdachtsfälle für die Maul- und Klauenseuche in Mittelhessen gibt es Entwarnung. In Berlin kritisierte Künast die mehrfach von Höhn erhobene Forderung nach vorbeugenden Impfungen. Die ständige Impf-Diskussion dürfe nicht dazu führen, dass andere Vorbeugungsmaßnahmen vernachlässigt würden.

Reuters GIESSEN. Deutschland bleibt höchstwahrscheinlich weiter von der Maul- und Klauenseuche (MKS) verschont. Nachdem am Dienstag ein Verdachtsfall im Münsterland sich nicht bestätigt hatte, fielen am Mittwoch auch Schnelltests zweier Verdachtsfälle aus Mittelhessen negativ aus. Endgültige Klarheit soll nach Angaben der Sprecherin des hessischen Sozialministeriums, Petra Müller-Klepper, ein weiterer Test der Bundesforschungsanstalt für Viruserkrankungen in Tübingen bringen. Dessen Ergebnis wird Ende der Woche erwartet. Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) warf ihrer nordrhein-westfälischen Amtskollegin und Parteifreundin Bärbel Höhn schwere Fehler beim MKS-Krisenmanagement vor.

In Großbritannien, wo die Seuche zuerst ausgebrochen war, zeichnete sich eine Entspannung ab. Nach Angaben eines Regierungssprechers berichtete der Chefveterinär David King, die Zahl der Neuinfektionen habe deutlich unter den Vorhersagen gelegen. Die rigorosen Massentötungen zeigten erste Wirkung. In den Niederlanden erhöhte sich die Zahl der Infektionsherde um drei auf 15. Bundeslandwirtschaftsministerin Künast warnte deutsche Bauern eindringlich davor, angesichts der im Nachbarland eingebrochenen Schweine- und Futtermittelpreise sich dort mit Ferkeln und Futter zu versorgen. Es gebe Informationen, dass dies schon geschehe. Das Risiko, die Seuche nach Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen einzuschleppen, sei sehr groß.

Künast kritisiert Höhn wegen Impfungen

In Berlin kritisierte Künast die mehrfach von Höhn erhobene Forderung nach vorbeugenden Impfungen. Die ständige Impf-Diskussion dürfe nicht dazu führen, dass andere Vorbeugungsmaßnahmen vernachlässigt würden. Dies sei aber in NRW geschehen, wo die Sperrzone "schlecht und unzureichend organisiert" und damit durchlässig gewesen sei, sagte Künast. Zudem seien die Blutproben zu langsam nach Tübingen gebracht, seien keine Tierteile ins Labor gebracht und der betroffene Bauer zu spät über die Entwarnung informiert worden.

Zugleich warnte Künast vor Panikmache. "Ich halte nichts davon, dass manche sich regelmäßig darin ergehen, mehrmals täglich zu erklären, die Seuche kommt näher und näher und näher, und damit zur Panikmache beitragen." Angesprochen, ob sie Höhn damit meine, sagte Künast: "Sie hat das gesagt." Höhn kündigte für den Nachmittag eine Pressekonferenz an.

Die beiden MKS-Verdachtsfälle hatten in Mittelhessen am Mittwoch zu starken Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens geführt. In den Sperrbezirken wurden Schulen geschlossen. An den Ausfahrten der abgeriegelten Verdachtsbezirke bildeten sich kilometerlange Staus vor den Desinfektionsstellen. Die Sperrbezirke sollen bis zum Vorliegen der endgültigen Untersuchungsergebnisse aufrechterhalten werden.

41 Schafe mit typischen Symptomen getötet

Am Dienstag waren bei zehn Schafen in einer Gärtnerei im mittelhessischen Krofdorf-Gleiberg bei Gießen starke MKS-Symptome aufgetreten. Die Tiere wurden sofort getötet, und es wurde im Umkreis von drei Kilometern ein Verdachts-Sperrbezirk eingerichtet. Wenig später wurde nach MKS-Symptomen um einen sechs Kilometer entfernten Hof in Bubenrod ebenfalls ein Verdachts-Sperrbezirk errichtet. Der Bestand von 31 Schafen wurde getötet. Ein weiterer Hof in der Wetterau wurde am Mittwoch wegen eines Kontakts zum Hof in Bubenrod gesperrt.

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