Schnigge annuliert nach dem 4. August bisherige Kaufaufträge
Lion wartet weiter auf die Zustimmung der US-Börsenaufsicht

scc FRANKFURT/M. Auch gestern konnte die Lion Bioscience AG, Heidelberg, keinen definitiven Termin für den angekündigten Börsengang nennen. "Wir sind in sehr engen Gesprächen mit der US-Börsenaufsicht SEC und nahe an einem positiven Ausgang", sagte Unternehmenssprecherin Andrea Kreißelmeier gegenüber dem Handelsblatt. Lion hatte in der vergangenen Woche seinen für den 26. Juli geplanten Börsengang auf Anfang August verschoben. Grund hierfür war die noch ausstehende Genehmigung der US-Börsenaufsicht SEC für ein Listing an der Technologiebörse Nasdaq.

Lion plant nach wie vor ein Doppellisting in den USA sowie am Frankfurter Neuen Markt. Alle für eine Notierung am Neuen Markt notwendigen Auflagen wurden erfüllt, die Bücher nach Abschluss der Zeichnungsfrist geschlossen.

Die Zeichnungsaufnahme am Neuen Markt könnte damit theoretisch beginnen. Das würde allerdings bedeuten, dass das Zulassungsverfahren für ein Nasdaq-Listing von vorne eingeleitet werden müsste, da die ursprünglichen Voraussetzungen eines Doppellisting nicht mehr gegeben wäre. Zudem müsste eine 6-monatige Wartefrist abgewartet werden. Die USA sind jedoch für Lion der bedeutendste Absatzmarkt, was auch das Nasdaq-Listing verdeutlichen soll. "Wir warten deshalb lieber und ziehen den Börsengang dann am Neuen Markt und an der Nasdaq durch", sagte Kreißelmeier. Lion habe vorerst genügend finanzielle Mittel, um nicht vorschnell handeln zu müssen. Sobald die Zustimmung der SEC vorliegt, werde der Börsengang innerhalb weniger Tage erfolgen.

Erste Konsequenzen werden bereits am Grauen Markt gezogen. Der Börsenmakler Schnigge will im Fall einer Erstnotiz nach dem 4. August - darauf deutet momentan alles hin - alle bisher im Handel per Erscheinen getätigten Geschäfte annulieren. Die hauseigenen Sonderbedingungen für den Pre-IPO-Handel sehen ein solches Vorgehen im Falle einer Verschiebung der voraussichtlichen Erstnotiz um mehr als sieben Börsentage vor. "Wir weisen schon jetzt die Kunden auf einen Handel mit Vorbehalt hin", sagte gestern Norbert Empting von Schnigge.

Vermutlich ab heute werde er nur noch eine Taxe stellen. Käme es bis Freitag nicht zur Erstnotiz, würden alle bis dahin geschlossenen Kaufverträge rückabgewickelt. Schon gestern gab es bei Schnigge keinen Auftrag mehr zu Lion. "Wir hatten anfangs massenhaft Interesse. Vor allem auch viele Kleinanleger waren dabei", so Empting. Seit der Verschiebung am letzten Mittwoch sei das Interesse jedoch rapide gesunken. Nach einem Höchstkurs von 79 Euro lagen Lion gestern zwischen 67 und 70 Euro. Die Bookbuildingspanne betrug 37 bis 44 Euro.

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