Schnoor: „Haben Schwanz eingezogen“
Wolfsburg zu naiv und zu grün

."Wir sind zu grün und zu naiv", lautete die bittere Erkenntnis von Trainer Jürgen Röber, nachdem sein Team am Dienstagabend beim Sprung in den UEFA-Cup am AC Perugia gescheitert war. "Man hat gesehen, dass wir noch nicht so weit sind."

HB/dpa WOLFSBURG. Ausgeschieden sind die ambitionierten Wolfsburger bei der 0:2- Rückspiel-Niederlage allerdings nicht gegen ein europäisches Top- Team, sondern gegen ein italienische Mittelmaß-Mannschaft. Doch mit solider Abwehrarbeit und der notwendigen Abgebrühtheit reichte es für den Tabellenzehnten der Serie A locker gegen einen VfL, dem die mannschaftliche Ausgeglichenheit und die Erfahrung fehlt. Die Investitionen des Clubs, der als einer der wenigen Bundesligisten seinen Etat erhöhen konnte, haben noch keine Rendite erzielt.

Die Wolfsburger hatten nur gelegentlich wütende Attacken zu bieten, die mit Platzverweisen für Pablo Thiam und Diego Klimowicz bestraft wurden. "Wir haben Lehrgeld gezahlt", gab Thiam zu. "Wir müssen cleverer werden und dürfen solche Fehler nicht machen", fasste der Rotsünder zusammen. Gemeint war auch er selber, aber vor allem Sven Müller, der beim 0:1 durch Giovanni Tedesco (17.) nur zuschaute und so zum Sündenbock wurde. "Das sind Dinge, die international bestraft werden", klagte Röber mit verzweifelter Miene und ärgerte sich, denn: "Ich habe genau vor solchen Dingen gewarnt."

Peter Pander hatte sich hingegen den unsicher wirkenden Referee Dick von Egmond (Niederlande) als Schuldigen ausgesucht. "Das war eine Katastrophe", schimpfte der ehrgeizige Manager und verwies vor allem auf das üble Foul von Souleymane Diamoutene an Marko Topic, der wahrscheinlich mehrere Wochen wegen einer Knieverletzung ausfallen wird. Der Trainer indes wollte dies so nicht gelten lassen: "Es auf den Schiedsrichter zu schieben, wäre zu einfach."

Der Härte der Italiener hatten die "Wölfe" nur ungeschickten Körpereinsatz entgegenzusetzen. Einem war das dennoch zu wenig. "Man hätte gegentreten müssen und darf nicht den Schwanz einziehen", klagte Stefan Schnoor, der gegen Perugia bester Mann war und sich vergeblich um Druck bemühte. "Es muss wehtun bei den anderen", sagte Schnoor. Seine Erkenntnis deckte sich mit der des Trainers: "Es gibt noch viel zu lernen und zu arbeiten." Trotz der Enttäuschung versuchte der Coach das Positive der vergeblichen Reise durch Europa zu suchen. "Wir haben uns im UI-Cup Fitness geholt." Die Ziele des ambitionierten Clubs sind aber kleiner geworden. "Wir dürfen den Kopf nun nicht hängen lassen und müssen nach Bergedorf schauen", forderte Manager Pander für das DFB-Pokal-Erstrundenmatch.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%