Schock bei den New Yorker Baseball-Fans sitzt tief
Yankees scheitern an einem unbezwingbaren Geist

Die Florida Marlins gewinnen dank Josh Beckett die US-Baseball-Meisterschaft. Der Pitcher der Mannschaft aus dem Sonnenstaat trieb New York zur Verzweiflung. Der Schock bei den Yankees-Fans sitzt tief.

NEW YORK. Josh Beckett passte perfekt in diese Geschichte hinein. 23 Jahre ist er erst alt, und daher der ideale Darsteller für den Sieg des jungen, kleinen Teams gegen die übermächtige Baseball-Legende. Der Pitcher der Florida Marlins trieb einen ganzen Abend lang die New York Yankees zur Verzweiflung. Er beendete auch den sportlichen Teil des Abends, als er um 23.23 Uhr einen schwach geschlagenen Ball von Jorge Posada abfing, den Schlagmann auf seinem Weg zur ersten Base berührte und damit seinen Lauf stoppte. Der große Außenseiter hatte das Spiel 2:0 gewonnen - und damit auch die gesamte Meisterschaft (4:2).

Die 56 000 im Stadion-Rund in der Bronx verfielen augenblicklich in ungläubiges Schweigen. Unterbrochen wurde die gespenstische Stille nur von Frank Sinatras Hymne "New York, New York", die der Szene eine bizarre Note gab, sowie vom Jubel der Spieler aus Florida, die Beckett auf den Schultern vom Wurfhügel aus kreuz und quer über den Rasen trugen.

Der Schock bei den New Yorker Baseball-Fans sitzt tief. 26 Meisterschaften gewannen die New York Yankees in ihrer hundertjährigen Vereinsgeschichte, noch nie verloren sie dabei in den vergangenen 22 Jahren eine Serie im eigenen Stadion. Allein 180 Millionen Dollar Gehalt schüttet Teambesitzer George Steinbrenner in diesem Jahr aus - viermal so viel wie bei den Florida Marlins.

Doch an diesem kalten Samstagabend gab es gegen einen 23 Jahre jungen Mann aus Texas einfach kein Gegenmittel. Erst seit drei Jahren spielt er in der Major League Baseball (MLB), mit einem Gehalt von 1,7 Millionen Dollar ist er das reinste Schnäppchen. Über 1,90 Meter groß und über 100 Kilogramm schwer, erinnert Beckett mehr an einen Footballspieler als an einen Pitcher. Immer wieder plagen ihn Blasen am Mittelfinger seiner Wurfhand, doch wenn seine Bälle kommen, dann erreichen sie Geschwindigkeiten von bis zu 158 Kilometer pro Stunde.

Die "New York Times" konstatierte zwischen Ratlosigkeit und Bewunderung schwankend, die Yankees-Schlagmänner seien an einem "unbezwingbaren Geist" gescheitert.

Nach der regulären Saison waren die Marlins nur dank einer Wild Card in die Play-offs gekommen. Dort allerdings besiegten sie nacheinander die San Francisco Giants, die Chicago Cubs - und schließlich die legendären Yankees.

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