Schock für die Niederlande
Russland beendet die „Oranje“-Festspiele

Die Party in Orange ist zu Ende: Ausgerechnet der niederländische Trainer-Fuchs Guus Hiddink, früher selbst der Bondscoach bei Oranje, hat mit Russland seinen Landsleuten einen Schock versetzt und den großen EM-Favoriten aus dem Turnier befördert.

HB BASEL. Die russische Sbornaja zog nach einem hoch verdienten 3:1 (1:1, 0:0) nach Verlängerung gegen die Elftal ins Halbfinale der Euro 2008 ein. Dort treffen die spielstarken Fußball-Rastellis aus St. Petersburg und Moskau, deren Vorgänger 1960 Europameister waren, am Donnerstag in Basel auf Weltmeister Italien oder Spanien. Die in den Gruppenspielen gegen Weltmeister Italien (3:0), Vize-Weltmeister Frankreich (4:1) und Rumänien (2:0) noch überragend auftrumpfenden Niederländern waren am Ende stehend K.o. und müssen sich mit dem Titel „Europameister der Vorrunde“ begnügen.

„Ich bin wirklich stolz auf mein Team“, jubelte Hiddink über den von seinen Akteuren toll herausgespielten Sieg. Bundesliga-Profi Iwan Saenko gab das Kompliment gern zurück. „Wir haben einen Super-Trainer Guus Hiddink, der uns jedes Mal sagt, dass wir gegen jeden gewinnen können“, sagte der Nürnberger: „Bisher kann man noch nicht verstehen, was wir heute geschafft haben, aber wir müssen es einfach genießen – und weiter so spielen wie bisher.“ Hiddink führte nach der Niederlande (WM 1998) und Südkorea (WM 2002) schon das dritte Team in das Semifinale eines großen Turniers.

Nach den Treffern von Roman Pawljutschenkow (56.), Dimitrij Torbinskij (112.) und Andrej Arschawin (116.) steht eine Mannschaft aus der ehemaligen UdSSR zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder in der Runde der letzten Vier bei einem großen Turnier. Ruud van Nistelrooy (86.) glich im 200. Spiel bei einer EM-Endrunde zum zwischenzeitlichen 1:1 für die Holländer aus, doch die russischen Wirbelwinde waren diesmal die besseren Niederländer. In der 97. Minute traf Pawljutschenko noch die Latte.

Torwart Edwin van der Sar, der in Basel sein 16. Spiel bei einer EM-Endrunde bestritt und damit mit Euro-Rekordmann Lilian Thuram aus Frankreich gleich zog, hatten es die Niederländer zu verdanken, dass sie nicht frühzeitig aus dem Spiel waren. Glück hatte Oranje auch in der 108. Minute, als ein Rempler von Johnny Heitinga gegen Jurij Schirkow nicht mit Strafstoß geahndet wurde. Zuvor hatte Schiedsrichter Lubos Michel (Slowakei) eine Gelb-Rote Karte für den Russen Denis Kolodin (89.) wieder zurückgenommen, weil der Ball vorher im Aus gewesen war.

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