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Schöner Schein

Manager lassen sich bei vielen ihrer Entscheidungen von falschen Voraussetzungen leiten - und oft tun sie das sogar ganz bewusst.

Manager lassen sich bei ihren Entscheidungen nur von der Ratio, von nüchternen Argumenten leiten. Wir haben diesem Anschein stets misstraut. Zu recht. Manager lassen sich bei vielen ihrer Entscheidungen von falschen Voraussetzungen leiten - und oft tun sie das sogar ganz bewusst.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Wharton School of Management und der Florida Atlantic University. Wissenschaftler beider Universitäten haben in umfangreichen Tests erforscht, wie sich die Sachbeurteilungen der Versuchspersonen ändern, wenn sie falsche oder irrelevante Basisinformationen erhalten und dies sogar wissen. So wurde eine Präsentation gleich lautend vor zwei Gruppen gehalten. Der einen Gruppe sagte man, die Präsentation sei acht Stunden lang vorbereitet worden. Der anderen wurde mitgeteilt, es seien 30 Minuten gewesen. Die Präsentation bekam in der ersten Gruppe um 20 % bessere Bewertungen.

Die Ergebnisse der Studie sind bedeutend, stellen sie doch fest, dass Manager oft einen Zusammenhang zwischen dem Input und dem Ergebnis einer Arbeit herstellen, obwohl das eine mit dem anderen oft nichts zu tun hat oder die Beziehung zwischen In- und Output nicht stabil sind.

Erkenntnis, so könnte man nun meinen, ist der erste Schritt zur Besserung. Wer sich dieser Beurteilungsmechanismen klar ist, der kann eine bewusst Versachlichung des Entscheidungsprozesses herbeiführen. In der Praxis gelingt das nach den Erkenntnissen der Studie kaum. Auch wenn Entscheidungsträger über die Fehlerhaftigkeit ihrer Handlungen informiert werden, ändert das wenig an ihrem Verhalten.

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