Schokolade noch immer am häufigsten hinter den Türchen
Adventskalender: Wunderbare Werbefläche

Lego und Lose. Sie kosten zwischen 1,99 und 500 000 Euro. Es gibt sie virtuell im Internet und real im Kaufhaus. Hinter ihren 24 Türchen verbergen sich wahlweise Fruchtgummis, Rubbellose, Playmobil-Figuren, Hutschenreuther-Porzellan, Lego-Bausteine, Hundefutter, früher auch schon mal Bierdosen, - am häufigsten aber immer noch Schokolade.
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In diesem Jahr legt Lindt & Sprüngli einen Pärchen-Kalender für Verliebte auf. Für die heranwachsende Jugend gibt es den "Gute Zeiten, schlechte Zeiten"-Adventskalender vom Osnabrücker Hersteller Windel; Kindern bietet das Unternehmen einen Benjamin-Blümchen-Kalender mit integrierter Musikkassette an.

Die gefüllten Pappschachteln sind bei den Kleinen ebenso wie bei Erwachsenen beliebt: In Supermärkten und Warenhäusern stiegen die Erlöse aus Adventskalendern im vergan-genen Jahr um neun Prozent auf 34,2 Millionen Euro.

Deutsche Erfindung. An solche Umsätze hat der Münchner Verleger Gerhard Lang nicht gedacht - in seiner Lithografischen Kunstanstalt soll 1908 der erste Adventskalender entstanden sein: Die Innovation aus Deutschland bestand aus zwei Blättern, das eine mit Zahlen, das andere mit Engelbildern bedruckt - jeden Tag schnitten die Kinder einen Engel aus und klebten ihn auf eine Zahl.

Seit den Zwanzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts fand die deutsche Erfindung auch international Anerkennung. Erst seit den Sechzigerjahren gibt es den Brauch, die Weihnachts-Wartezeit-Verkürzer mit Schokolade zu füllen - längst haben einschlägige Süßwarenkonzerne das imagefördernde Potenzial erkannt.

Markennamen wie Smarties (Nestlé) oder Kinder Überraschungseier (Ferrero) prangen nun unübersehbar auf den Adventskalendern. Immer mehr Geschäftsleute entdecken die 24-Türen-Modelle als Werbeplattform. So produziert die Jung Bonbonfabrik aus dem schwäbischen Vaihingen Adventskalender für den britischen Fußballclub Manchester United, ebenso wie für Siemens, Nokia und SAP. "Der Adventskalender ist eine wunderbare Werbefläche, die hängt bei Geschäftspartnern wochenlang über dem Schreibtisch und löst nur positive Emotionen aus. Denn jeder mag Adventskalender", sagt Geschäftsführer Jörg Dennig. Seit September hat Jung eine Million Kalender hergestellt, vor allem für Kunden in Deutschland, Österreich und Großbritannien.

Versteckte Preziosen. Konkurrent Süße Werbung aus dem südbadischen Herbolzheim bringt es in diesem Jahr allein auf über drei Millionen Kalender - eine Million mehr als im vergangenen Jahr. Geplanter Umsatz für 2004: über drei Millionen Euro. Das Unternehmen rühmt sich zudem "den kleinsten Adventskalender der Welt" im Angebot zu haben.

Für einen anderen Superlativ steht hingegen der Schreibgeräte- und Uhrenhersteller Montblanc, der die teuersten Adventskalender der Welt baut: Jeweils ein 1,42 Meter hohes Haus, hinter dessen 24 Türen und Fenstern sich Preziosen aller Art verstecken - kostbare Schreibgeräte, Schmuckstücke und wertvolle Uhren. Ein anonymer Käufer soll dafür etwa 500 000 Euro gezahlt haben.

Natürlich gibt es auch auf Handelsblatt.com einen interaktiven Adventskalender mit wertvollen Preisen: >>> weiter...

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